Lüdering geht früher von Bord

Apobank: Noch ein Vorstand weg

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Berlin -

Eckhard Lüdering, langjähriges Vorstandsmitglied der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (Apobank), scheidet mit dem heutigen Tag aus. Eigentlich hätte sein Vertrag erst im Mai kommenden Jahres auslaufen sollen. Vorangegangen waren Medienberichte über ein Zerwürfnis mit Vorstandschef Matthias Schellenberg.

Aufsichtsratschef Dr. Karl-Georg Pochhammer dankte dem scheidenden Risikovorstand: „Herr Lüdering leistet seit vielen Jahren großartige Arbeit für die Apobank, davon seit mehr als einem Jahrzehnt als Mitglied des Vorstands. Er ist ein herausragender Manager, der die besonderen Anforderungen der Apobank als Bank für Heilberufe und den Gesundheitssektor bestens kennt und versteht. Im Namen des gesamten Aufsichtsrats bedanke ich mich sehr herzlich bei ihm für die hervorragenden Leistungen und die exzellente Zusammenarbeit. Wir bedauern seinen Weggang sehr. Für die Zukunft wünschen wir ihm weiterhin viel Erfolg und alles Gute.“

Holger Wessling soll vorübergehend das Risikoressort bis zum Jahresende leiten. Ab 1. Januar übernimmt, vorbehaltlich der formalen Zustimmung durch die Aufsicht, Sylvia Wilhelm die Verantwortung für das Ressort. Wilhelm wurde vor kurzem bereits als Nachfolge für Lüdering neu in den Vorstand berufen.

Lüdering hatte darauf verzichtet, seinen bis Mai kommenden Jahres befristeten Vertrag zu verlängern. Dass er jetzt vorzeitig geht, hängt wohl mit dem kolportierten Streit mit Schellenberg zusammen. Lüdering soll unzufrieden damit gewesen sein, dass der seit Frühjahr amtierende Vorstandschef bestimmte Verträge mit der Beratungsgesellschaft Boston Consulting Group (BCG) verlängert hat. Laut einem FAZ-Bericht soll vor rund einem Monat sogar eine angebliche Interessenskollision des seit März amtierenden Vorstandsvorsitzenden beim Aufsichtsrat angezeigt worden sein.

Das Kontrollgremium hatte daher ein Gutachten bei einer Anwaltskanzlei in Auftrag gegeben. Darin hieß es nach Informationen des Handelsblatts: „Nach aktuellem Sach- und Rechtsstand ist aus unserer Sicht hier kein Interessenkonflikt ersichtlich.“ Zuerst hatte die Börsen-Zeitung über das Gutachten berichtet, dessen Ergebnis der Aufsichtsrat Ende vergangener Woche erhalten hatte.

Laut FAZ und Handelsblatt gab es den Vorwurf, dass Schellenberg von BCG für den Vorstandsposten empfohlen worden sei, ohne dass eine Personalberatung eingeschaltet wurde. BCG wiederum soll einen Auftrag für zwei Teilprojekte ohne eine Ausschreibung erhalten haben. In dem Gutachten hieß es dazu laut Handelsblatt, dass eine Umgehung des bankintern üblichen Prozesses „nach den uns vorliegenden Informationen nicht erfolgt“ sei. Auch bei der Auftragsvergabe an BCG könne kein Interessenkonflikt abgeleitet werden.

Vor Kurzem verließ Jenny Friese, im Vorstand für das Privatkundengeschäft zuständig, kurzfristig die Apobank.

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