USA

Gläubige Apotheker müssen „Pille danach“ abgeben APOTHEKE ADHOC, 03.07.2016 13:48 Uhr

Berlin - Auch streng gläubige Apothekeninhaber müssen Notfallkontrazeptiva abgeben, entschied der Oberste Gerichtshof der USA. Die familiengeführte Apotheke Ralph's Thriftway pharmacy hatte gegen eine Verordnung des Bundesstaats Washington geklagt, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Die Richtlinie sieht vor, dass Apotheker sämtliche Rezepte zeitnah beliefern müssen.

Das Gericht lehnte laut Bericht die Berufung der Apotheke und zwei weiterer Pharmazeuten aus anderen Apotheken ab. Damit wurde das Urteil der Vorinstanz bestätigt: Die Vorschrift des Bundesstaats folge aus dem berechtigten Interesse des Staats an Patientensicherheit, hatte ein Berufungsgericht in San Francisco geurteilt.

Die Familie Storman, die Ralph's Thriftway pharmacy in Olympia im Staat Washington führt, hatte sich bei ihrer Klage auf Religionsfreiheit berufen. Die Apotheker der Familie sind streng gläubige Christen, die Notfallkontrazeptiva mit Abtreibung gleichsetzen und beides ablehnen.

38 weitere Staaten und Apothekerverbände hatten den Gerichtshof darüber hinaus angehalten, sich mit dem Fall zu beschäftigen. Denn Apotheken in den USA dürfen im Allgemeinen selbst entscheiden, welche Präparate sie führen.

Der Staat Washington räumt einzelnen Apothekern das Recht ein, die Pille danach aus Glaubensgründen zu verweigern. Bedingung dafür ist jedoch, dass ein anderer Apotheker derselben Apotheke das Medikament zeitnah abgibt.
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