Kein Winterdienst, keine Apotheke

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Berlin - Dr. Oliver Walsberger hat es geschafft: Der Allgemeinmediziner darf in seiner Praxis in Mooskirchen bei Graz Medikamente an seine Kunden abgeben, obwohl die nächst gelegene Apotheke weniger als sechs Kilometer entfernt ist. Dem Bürgermeister der Gemeinde war der Arzt im Ort lieber als die Apotheke nebenan. So hat er eine Straße aufgegeben, um den Weg künstlich zu verlängern.

In Österreich dürfen Ärzte nur dann Arzneimittel abgeben, wenn auf diese Weise die Versorgung in ländlichen Gebieten gesichert wird. Für bestehende Hausapotheken gibt es einen Bestandsschutz, der aber beim Wechsel des Arztes erlischt.

Walsberger wollte die Praxis in Mooskirchen nach dem Tod des bisherigen Inhabers nur unter der Bedingung übernehmen, die bestehende Hausapotheke weiterführen zu dürfen. Doch die Damian-Apotheke im benachbarten Lieboch liegt innerhalb des Einzugsgebietes – selbst nach der Verlegung der Praxisräume in die Nähe eines entstehenden Ärztezentrums blieben 100 Meter, die dem Dispensierrecht im Weg standen.

Doch Bürgermeister Engelbert Huber kam auf einen speziellen Kniff, um das Problem zu lösen: Die Grießstraße, die auf direktem Weg zwischen der Damian-Apotheke und der Praxis liegt, wurde in Privateigentum umgewandelt. Weil damit die Gemeinde nicht mehr für den Winterdienst zuständig war, knickte die Behörde ein: Als nicht mehr ganzjährig befahrbare Straße fließt der Privatweg nicht mehr in die Berechnung der Wegstrecke ein.

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