USA

Fresenius kann Giftspritze nicht verhindern dpa/ APOTHEKE ADHOC, 15.08.2018 09:56 Uhr

Omaha - Ein 60-jähriger Doppelmörder ist der 16. Mensch, der in diesem Jahr in den USA durch eine staatlich verabreichte Giftspritze starb. Ein deutscher Pharmahersteller hatte dies noch bis zum Schluss zu verhindern versucht – erfolglos.

Gegen den Protest des deutschen Pharmaherstellers Fresenius Kabi ist am Dienstag im US-Bundesstaat Nebraska ein Häftling hingerichtet worden. Die Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaates bestätigte den Tod des 60-Jährigen, der 1980 wegen Mordes an zwei Taxifahrern zum Tode verurteilt worden war.

Der Giftcocktail enthielt vier Substanzen: Neben dem erstmals bei einer Hinrichtung in den USA eingesetzten Fentanyl das Beruhigungsmittel Diazepam, das Betäubungsmittel Fentanylcitrat, das Muskelrelaxans Cisatracurium sowie Kaliumchlorid, das den Herzschlag beendet. Bei zwei der Substanzen hatte Fresenius vermutet, dass es sich um Produkte aus seiner Herstellung handeln könnte, und war dagegen aus Furcht vor einer Rufschädigung gerichtlich vorgegangen. Die Klage wurde jedoch von einem Gericht in Nebraska als unbegründet zurückgewiesen; auch die Berufung scheiterte – nur Stunden vor der Exekution.

Die Hinrichtung am Dienstag war die erste im Bundesstaat Nebraska seit 1997 und die 16. in den USA im laufenden Jahr. Die US-Staaten tun sich immer schwerer, an die Substanzen für die Giftspritzen zu kommen. Viele Herstellern versuchen dagegen vorzugehen, weil sie eine Rufschädigung ihres Unternehmens befürchten.

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