Anklage gegen CEO von Zur Rose

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Zur Rose sieht sich in dem Zusammenhang als Pionier bei der Einführung des E-Rezepts und findet die Zahlungen gerechtfertigt: „Die Ärzte erbringen mit der elektronischen Verschreibung einen wichtigen Beitrag, um den Versandhandel günstiger, sicherer und effizienter zu machen. Zur Rose hat diese Ärzte für ihren Aufwand angemessen entschädigt. Der verbleibende Teil der Einsparungen dieses Vertriebsmodells – über 80 Prozent – kam indessen den Krankenversicherern und damit den Prämienzahlern in Form von Vergünstigungen zugute.“

Im Gegensatz zu den stationären Apotheken verzichte Zur Rose auf Taxen für Bezugs- und Medikamentenchecks und gewähre überdies Rabatte. „Die dadurch erzielten Einsparungen für das Gesundheitssystem lagen in den letzten zehn Jahren kumuliert bei rund 100 Millionen Franken.“ Auch hier habe man aber die Entschädigungen noch am selben Tag eingestellt.

Nicht nur die Apotheker und die Richter sahen das Modell als Umgehung des Dispensierverbots, sondern auch die Politik. „Die via Aktien an der Apotheke beteiligten Ärzte haben ein wirtschaftliches Interesse an einem guten Betriebsergebnis der Apotheke. Indem sie Rezepte zuhanden 'ihrer' Apotheke ausstellen, fördern sie deren wirtschaftliche Tätigkeit und somit deren Betriebsergebnis“, erklärte 2012 die Regierung des Kantons Aargau. Es sei davon auszugehen, dass die Mediziner finanzielle Vorteile erlangten, wenn sie die Verschreibungen an „Zur Rose“, anstatt an eine andere Apotheke schickten. „Die betreffenden Ärzte konkurrenzieren damit die lokalen Apotheken über den normalen Versandhandel hinaus“, hieß es weiter. „Dadurch umgehen sie das Verbot der Selbstdispensation.“

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