T-Systems und Google bauen „souveräne Cloud“

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Berlin - Die Clouddienste von Google werden von Behörden in Deutschland wegen Datenschutzbedenken bislang weitgehend gemieden. Nun soll durch eine Kooperation mit T-Systems eine „souveräne Cloud“ entstehen, die auch die Datenschützer zufrieden stellen soll.

T-Systems und Google haben eine strategische Zusammenarbeit für Deutschland vereinbart, die dem öffentlichen Sektor eine rechtlich einwandfreie und sichere Nutzung der Clouddienste des US-Konzerns ermöglichen soll. Das gaben die beiden Unternehmen am Mittwoch im Rahmen der Digitalisierungsinitiative Digital X in Köln bekannt.

Bei dem neuen Angebot, das ab Mitte 2022 zur Verfügung stehen soll, betreibt T-Systems eine spezielle Version der Google Cloud, in der die Daten Ende-zu-Ende verschlüsselt werden. T-Systems werde die Verantwortung für eine Reihe von operativen Maßnahmen und Kontrollmechanismen übernehmen, um die Souveränität zu wahren, hieß es. Dazu gehöre auch die Verschlüsselung und das Identitätsmanagement. Darüber hinaus soll T-Systems relevante Teile der deutschen Google-Cloud-Infrastruktur kontrollieren. „Jeder physische oder virtuelle Zugriff auf Einrichtungen in Deutschland – beispielsweise bei routinemäßiger Wartung und Upgrades – wird unter der Aufsicht von T-Systems und Google Cloud gemeinsam erfolgen.“

Google und T-Systems reagieren mit diesem Konstrukt auf Vorbehalte, die insbesondere im öffentlichen Sektor in Europa gegen die so genannten Hyperscaler aus den USA vorgetragen werden. Spätestens mit den Enthüllungen des US-Whistleblowers Edward Snowden wurde bekannt, dass US-Geheimdienste wie die NSA auf technisch verfügbare Daten auch aus Europa zugreifen, ohne dafür europäische Gerichte anzurufen.

Technisch gelöst wird diese Herausforderung bei der neuen Kooperation durch einen umfassenden Einsatz von Verschlüsselungstechnik. Dabei verwahrt T-Systems die Schlüssel für die Kunden, um Sicherheit und Kontrolle über Datenzugriffe zu gewährleisten. T-Systems werde das „souveräne Cloud-Angebot“ zunächst für deutsche Unternehmen aus verschiedenen Branchen wie dem Gesundheitswesen, der Automobilindustrie, dem öffentlichen Nahverkehr und dem öffentlichen Sektor bereitstellen. Dabei würden bestehende europäische Richtlinien für souveräne Clouds, einschließlich der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) eingehalten. Deshalb könnte die neue Cloud auch für die Anbieter Digitaler Gesundheitsanwendung höächst relevant werden. Die mussten sich nämlich oftmals nach Alternativen zu Google & Co. umsehen, nachdem der Europäische Gerichtshof (EuGH) vergangenen Sommer die europäisch-amerikanische Datenschutzvereinbarung Privacy Shield gekippt hatte.

Google steht beim Cloud-Computing weltweit im harten Wettbewerb vor allem mit Amazon AWS und Microsoft. Alle drei US-Konzerne bemühen sich, auch in Europa bei Ausschreibungen von öffentlichen Einrichtungen zum Zuge zu kommen.

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