Stada-Umfrage: Arzt sticht App

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Berlin -

Videosprechstunden galten in der Corona-Pandemie als neuer Trend. Doch wie der aktuelle Stada Health Report zeigt, erlebt der persönliche Kontakt zum Arzt schon jetzt eine Renaissance.

Mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung (56 Prozent) könnte sich demnach mit der Idee anfreunden, ihren Hausarzt per Webcam zu konsultieren. Besonders interessant ist laut Stada jedoch, dass dieser Wert Anfang 2020 etwas höher bei 62 Prozent lag – also vor der Corona-Pandemie.

Heute scheinen die Deutschen beim Thema digitale Sprechstunde laut Stada geteilter Meinung zu sein: 24 Prozent halten sie für eine gute Option – auch im Hinblick auf die Zeitersparnis. 27 Prozent hingegen schätzen den persönlichen Austausch mit ihrem Arzt so sehr, dass sie nicht darauf verzichten möchten. Jeder Dritte (32 Prozent) ist offen dafür, eine digitale Sprechstunde auszuprobieren, hat diesen Schritt bisher aber trotzdem noch nicht gewagt.

Skepsis bei Gesundheits-Apps

Noch größer ist die Zurückhaltung bei Gesundheits-Apps: Nur 7 Prozent gaben an, eine Vielzahl von Gesundheits-Apps zu nutzen – die jüngere Generation der 18- bis 34-Jährigen ist da etwas aufgeschlossener. Insgesamt halten 30 Prozent der Deutschen Gesundheits-Apps nicht für sinnvoll. Andererseits: 69 Prozent der Deutschen würden digitale Beipackzettel befürworten – nicht zuletzt, weil sie praktischer wären und weniger Abfall verursachen würden (30 Prozent). Dennoch würden 44 Prozent nicht auf die Papierversion verzichten wollen.

Dr. Google wird immer beliebter

Andererseits hat die Pandemie die Art und Weise, wo wir nach Gesundheitsinformationen suchen, spürbar verändert. Digitale Recherchen haben noch mehr an Bedeutung gewonnen. 43 Prozent der Deutschen geben an, dass sie im vergangenen Jahr deutlich häufiger (14 Prozent) oder etwas häufiger (29 Prozent) auf Online-Quellen zurückgegriffen haben, um sich über Gesundheitsfragen zu informieren. Das Internet wird auch von 30 Prozent der Deutschen genutzt, um sich in Bezug auf die Einnahme von Medikamenten sowie deren Wechsel- und Nebenwirkungen schlau zu machen.

Trotz Corona haben nur 17 Prozent der Deutschen mehr rezeptfreie Medikamente im Versandhandel bestellt – 28 Prozent der Bundesbürger lehnen es laut Stada-Report sogar grundsätzlich ab, Medikamente im Internet zu kaufen. 32 Prozent würden rezeptfreie Medikamente auch dann in der Apotheke vor Ort kaufen, wenn sie die freie Wahl hätten. Es folgen Drogeriemärkte (30 Prozent), Online-Apotheken (19 Prozent), Supermärkte (10 Prozent) und Versandhändler wie Amazon & Co. (9 Prozent).

Für den Stada Health Report wurden mehr als 30.000 Menschen aus 15 Ländern durch das Marktforschungsinstitut Kantar befragt. Übergeordnetes Thema war die Frage: „Wie hat die Pandemie die Einstellung der Europäer zur Gesundheit verändert?“

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