„Die wiederholten Ausfälle der digitalen Infrastruktur rund um das E-Rezept bereiten mir große Sorge.“ Mit diesen Worten spricht Zafer Arslan, Inhaber der Apotheke an der Post in Wermelskirchen, vielen Kolleginnen und Kollegen aus der Seele. Denn zum Umsatzausfall komme ein Imageschaden. Er fordert seine Kammer zum Handeln auf.
„Gerade angesichts der ohnehin schwierigen wirtschaftlichen Situation vieler Vor-Ort-Apotheken ist es nicht akzeptabel, wenn technische Ausfälle einer zentralen Infrastruktur zusätzliche Belastungen erzeugen und die einzelne Apotheke mit den Folgen alleinlassen“ schreibt Arslan an Dr. Armin Hoffmann, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein (AKNR).
Die Apotheke vor Ort verliere dabei nicht nur Umsatz.
„Sie riskiert auch: Vertrauen der Patientinnen und Patienten, Kundenbindung, Zeit und Arbeitskraft, Reputation und im Einzelfall die Möglichkeit, eine notwendige Arzneimittelversorgung unmittelbar sicherzustellen.“
Die AKNR vertrete einen großen Teil der deutschen Apothekerschaft. „Ich erwarte deshalb, dass die Kammer diese Problematik deutlich gegenüber Politik, Gematik und weiteren Verantwortlichen adressiert.“
Arslan bittet insbesondere um eine Stellungnahme dazu, welche konkreten Maßnahmen die Kammer jetzt ergreift, ob sie eine Entschädigung der betroffenen Apotheken fordert und wie Apotheken bei der Dokumentation ihrer Schäden unterstützt werden. Außerdem will der Apotheker wissen, welche Anforderungen seine Kammer eigentlich an die Ausfallsicherheit des E-Rezept-Systems stellt und ob die Kammer gemeinsam mit Abda und Bundesapothekerkammer eine öffentliche Initiative zu diesem Thema plant.
„Die Vor-Ort-Apotheke darf nicht zum Auffangbecken für Fehler einer zentralen digitalen Infrastruktur werden“, so Arslan. „Ich wünsche mir daher eine klare und sichtbare Interessenvertretung.“