RKI-Zielimpfquote: 90 Prozent – Neue Debatte ums Impfen

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Berlin -

Der zweite Winter in der Corona-Pandemie steht bevor, die Inzidenz ist bereits auf über 100 gestiegen und das Impfen kommt kaum voran. Zugleich stößt ein Fußballer eine heftige Debatte ums Impfen an. Lassen sich Lockdown und andere Maßnahmen noch vermeiden?

Die Infektionszahlen steigen rasch, Experten raten zum Impfen und die Äußerungen eines Fußballers darüber lösen eine große Debatte aus. Die Impfzahlen stiegen zuletzt nur noch langsam. Wie geht es weiter in der Pandemie?

Menschen mit Bedenken

Er finde es schade, dass es in der Debatte „nur noch geimpft oder nicht geimpft“ gebe, sagte der deutsche Nationalspieler Joshua Kimmich vom FC Bayern München. Bedenken von Menschen „solle man respektieren, vor allem, so lange man sich an die Maßnahmen hält“, meinte er. Er habe „persönlich noch ein paar Bedenken, gerade, was fehlende Langzeitstudien angeht“, sagte Kimmich. „Es ist wichtig zu sehen, was in Kimmich vorgeht. Es ist gut, dass er überhaupt darüber nachdenkt“, sagte der Physiker Dirk Brockmann vom Institut für Biologie der Humboldt-Universität Berlin. Experten geben einige konkrete Antworten auf die Bedenken.

Studienlage zu Covid-19-Impfungen

„Der große Vorteil bei den Covid-19-Impfungen ist ja, dass wir diesen Impfstoff in kurzer Zeit bei vielen Menschen angewendet haben“, sagte Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie. In Deutschland seien es über 100 Millionen Dosen, weltweit über sechs Milliarden. „Daher kennen wir die seltenen Nebenwirkungen wie Sinusvenenthrombosen, Myokarditis und andere bereits.“ Die Covid-19-Impfstoffe seien in Bezug auf seltene Nebenwirkungen bereits besser erforscht als andere Vakzine. „Nebenwirkungen einer Impfung treten immer innerhalb von wenigen Wochen nach der Impfung auf“, betonte Watzl. „Dass ich heute geimpft werde und nächstes Jahr eine Nebenwirkung auftritt, das gibt es nicht, hat es noch nie gegeben und wird auch bei der Covid-19-Impfung nicht auftreten.“

Impfung versus Infektion

Zwei Dinge sind für Experten klar: „Die gesundheitlichen Risiken bei Covid-Infektionen sind viel, viel größer als bei Impfungen. Hinzu kommt: Durch die Impfung vieler Menschen werden vulnerable Gruppen wie Ältere und Vorerkrankte geschützt“, sagte Brockmann. Und: Eine Corona-Infektion von Ungeimpften sei quasi unausweichlich. „Das Coronavirus wird in der Welt bleiben, es wird sicher neue Varianten bilden, aber es wird nicht verschwinden.“

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