Keine Corona-Lockerungen in Sicht

Merkel: Winter wird uns viel abverlagen dpa, 14.11.2020 20:21 Uhr

Berlin - Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Menschen in Deutschland vor der am Montag geplanten Zwischenbilanz des Teil-Lockdowns auf schwierige Monate wegen der Corona-Krise eingestimmt. „Der vor uns liegende Winter wird uns allen noch viel abverlangen“, sagte Merkel in ihrem am Samstag veröffentlichten Video-Podcast. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) schloss weder eine Verlängerung des bis Ende des Monats befristeten Teil-Lockdowns noch eine weitere Verschärfung der Maßnahmen aus. Ähnlich äußerte sich Saar-Ministerpräsident Tobias Hans (CDU).

„Das Virus wird noch eine ganze Weile unser Leben bestimmen. Das bedeutet auch, dass wir uns nicht unbeschwert direkt begegnen können“, sagte Merkel. Regierungssprecher Steffen Seibert hat bereits am Freitag betont, dass die Regierung noch keine Möglichkeiten für Lockerungen sieht. Freizeiteinrichtungen und Restaurants sind derzeit geschlossen, Hotels dürfen keine Touristen beherbergen.

In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) nach Angaben von Samstagmorgen 22.461 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Damit ist der Wert erstmals seit Monaten im Vergleich zu einem Samstag der Vorwoche gesunken. Vor einer Woche hatte die Zahl gemeldeter Neuinfektionen bei 23.399 gelegen. Auch wenn solche Daten statistische Ausreißer sein können, so gibt es doch Lichtblicke in der Corona-Pandemie. Schon vor Samstag war die Geschwindigkeit des Zuwachses der Neuinfektionen gesunken.

Auch die 7-Tage-Inzidenz stieg zuletzt nicht mehr so schnell wie Anfang November und lag am Freitag bei 140,4 Fällen in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner. Dafür kann es mehrere Gründe geben. Bis sich die Wirkung des seit dem 2. November greifenden Teil-Lockdowns bei den Infektionszahlen zeigt, dauert es nach RKI-Angaben zwei bis drei Wochen. Ziel der Bundesregierung ist es, an eine Sieben-Tage-Inzidenz von 50 heranzukommen. Erst dann sei es wieder möglich, dass die Gesundheitsämter einzelne Kontakte von Infizierten nachvollziehen könnten.

Merkel stellte vor einem virtuellen Gespräch mit Pflegebedürftigen, pflegenden Angehörigen und Pflegekräften an diesem Donnerstag die Lage in der Pflege in den Mittelpunkt. „Schutz vor der Gefahr des Virus ist notwendig, aber die Antwort soll auch nicht einfach Abschottung heißen.“ Sobald zuverlässige Impfstoffe vorlägen, könnten sich diejenigen, die für die Versorgung von Kranken und Betreuungsbedürftigen zuständig seien, zügig impfen lassen. Das gelte auch für Risikogruppen, also auch für Pflegebedürftige.

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