Mehr Flexibilität bei der Auslieferung

Corona-Impfstoff: Wo bleibt die Einzeldosis?

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Berlin -

In Nordrhein gilt das Verhältnis zwischen Apotheker- und Hausärzteverband als angespannt. Grund sind die Modellprojekte für Grippeimpfungen in Apotheken. Doch jetzt haben Apotheker und Ärzte gemeinsam eine Patienteninformation zur Auffrischungsimpfung erarbeitet, die in teilnehmenden Apotheken und Praxen verteilt wird. Außerdem gibt es gemeinsame Forderungen, was die Auslieferung der Impfstoffe angeht.

„Anders als zu Beginn der Impfkampagne stehen jetzt ausreichende Impfstoffmengen zur Verfügung. Mit einer Auffrischimpfung wird der Impfschutz entscheidend verstärkt. Durch eine dritte Impfung wird ein bis zu 20-fach verbesserter Impfschutz erreicht. Ein guter Impfschutz verhindert Krankenhauseinweisungen infolge schwerer Krankheitsverläufe und tödlicher Verläufe“, so Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverbands, und Dr. Oliver Funken, Vorsitzender des Hausärzteverbands, in einer gemeinsamen Erklärung. „Im persönlichen Gespräch mit Kunden und Patienten wollen wir noch offene Fragen in unseren Apotheken und Arztpraxen beantworten.“

Zusätzlich bleibe es wichtig, die AHA+L-Regeln nicht zu vernachlässigen. Denn vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus könnten auch die besten Impfstoffe nicht hundertprozentig schützen. „Meist verursachen solche Impfdurchbrüche bei Geimpften aber nur milde Infektionsverläufe. Deshalb sind das Impfen und die Auffrischimpfung so wichtig.“

Für die Planung der Auffrischimpfungen in den Hausarztpraxen sei es wichtig, sich rechtzeitig an das Praxisteam zu wenden. Damit die Impfstoffe schneller über die Apotheke geliefert werden können, fordern Apotheker- und Hausärzteverband, dass diese – wie andere Arzneimittel auch – zur Lagerware beim Großhandel werden. So könnten die Arztpraxen ohne lange Vorbestellzeiten von Apotheken auch kurzfristig beliefert werden.

Darüber hinaus fordern Preis und Funken die Hersteller auf, möglichst bald Impfstoffe in Einzeldosen zur Verfügung zu stellen. „So könnte wie bei anderen Impfungen auch spontaner geimpft werden, ohne dass nicht verbrauchte Impfdosen aus den jetzt üblichen Mehrdosenbehältern verworfen werden müssen.“ Denn es komme trotz guter Planung immer wieder vor, dass fest vereinbarte Termine kurzfristig abgesagt werden. „Oberstes Ziel ist es, so viele Menschen schnellstmöglich zu impfen.“

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