Professoren zweifeln an Impfstoff

Comirnaty: Chemiker haben Fragen

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Berlin -

Biontech war schnell in der Entwicklung und ist seit einem Jahr zuverlässig in der Auslieferung. Für Zweifel am Corona-Impfstoff Comirnaty gibt es also keinen Anlass. Doch vor dem Hintergrund der ankündigten Impfpflicht haben vier Wissenschaftler einen Fragenkatalog an Firmengründer Ugur Sahin geschickt. Sie interessieren sich für die Qualitätssicherung bei der Herstellung.

Auf der Website 7Argumente.de hat eine Gruppe von 50 Wissenschaftler:innen aus verschiedenen Fachrichtungen eine ganze Reihe an Gründen gegen die Impfpflicht zusammengetragen. Vier Professoren aus dem Bereich der Chemie haben sich in diesem Zusammenhang darüber ausgetauscht, welche Fragen es zum Impfstoff eigentlich gibt:

  • Professor Dr. Jörg Matysik (Analytische Chemie, Universität Leipzig)
  • Professor Dr. Gerald Dyker (Organische Chemie, Ruhr-Universität Bochum)
  • Professor Dr. Andreas Schnepf (Anorganische Chemie, Universität Tübingen)
  • Professor Dr. Martin Winkler (Materials and Process Engineering, Zürcher Hochschule der angewandten Wissenschaften)

Die Experten erkundigen sich beim Biontech-Chef nach der Formulierung und der Herstellung des Corona-Impfstoffs. Ausgangspunkt ist die Tatsache, dass Comirnaty als „weiße bis grauweiße Dispersion“ beschrieben wird, während die verwendeten Substanzen farblos sind. „Woher kommt der Grauton? Sind dies Verunreinigungen?“, heißt es in dem Schreiben, das APOTHEKE ADHOC vorliegt. Laut Schnepf wäre die Farbe nicht zu erwarten: „Bei einer Pille, die nicht weiß ist, besteht der Verdacht, dass da etwas schiefgelaufen ist“, so der Experte gegenüber der Berliner Zeitung, die zuerst über den Brief berichtete. „Wir brauchen hier Aufklärung von Biontech.“

Außerdem fragen die Chemiker nach, wie angesichts der hohen Mengen an produziertem Impfstoff die „einheitliche Produktqualität“ sichergestellt wird. Hintergrund ist, dass für den Impfstoff die mRNA in Lipid-Nanopartikel eingeschlossen wird – laut den Experten ein nur schwer zu steuernder Prozess. Abweichungen wären aber auch bei „hohem Produktionsdruck“ nicht zu tolerieren. „Wie wird die Konzentration an mRNA-Wirkstoff in den einzelnen Chargen kontrolliert und wie die Konzentration an Wirkstoff in den Lipid-Nanopartikeln im Verhältnis zu demjenigen außerhalb der Partikel?“ Die Konzentration der mRNA liege im subnanomolaren Bereich, sodass eine Vielzahl von klassischen Analysemethoden wie NMR oder IR nicht direkt angewendet werden könne. „Gibt es zur Vorbeugung einer Betriebsblindheit eine weitere unabhängige Kontrollbehörde, die die Qualität der einzelnen Chargen überprüft?“

Problematisch finden die Forscher auch den Einsatz der für die Bildung der Lipidhüllen eingesetzten Komponenten ALC-0159 und ALC-0315, die „nicht direkt zur Anwendung am oder im menschlichen Körper zugelassen“ seien. Vielmehr reize ALC-0315 laut Sicherheitsdatenblatt zu ALC-0315 Augen und Haut/Schleimhaut: „Gibt es hier aktuell laufende oder geplante Studien um den Verbleib der Substanzen, die ja nur als Zusatzstoffe verwendet werden, nach der Anwendung zu lokalisieren? Gibt es weiterhin geplante oder laufende Studien zur Ermittlung der toxikologischen Effekte der Substanzen oder ihrer biologischen Abbauprodukte?“

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