Corona-Fälle steigen deutlich

Analyse des Maskeneffekts

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Berlin -

Durch das Tragen von Masken können Bürger:innen einen Beitrag zur Vermeidung der ungehinderten Verbreitung des Coronavirus leisten. Die Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch und in Folge das Risiko einer möglichen Infektion soll so reduziert werden. Den Ergebnissen einer Differenz-von-Differenzen-Analyse in medRxiv zufolge könnte der Verzicht auf die Maskenpflicht in Schulgebäuden zeitweise für fast ein Drittel der Erkrankungen verantwortlich gewesen sein.

Der Bundesstaat Massachusetts überließ seit Ende Februar den einzelnen Schulbezirken, ob sie die Maskenpflicht beibehalten woll­en. Zwei Drittel der Schulbezirke in Massachusetts hoben die Maskenpflicht sofort auf. Die meisten anderen folgten in den kommenden Wochen, bis auf zwei der insgesamt 72 Distrikte. Die Forscherin Kathryn Hall von der Harvard Medical School und ihr Team untersuchten die Auswirkungen auf die weitere Entwicklung der Infektionszahlen an den Schulen. Anhand der Differenz-von-Differenzen-Analyse ließ sich die zeitliche Entwicklung der Infektionszahlen vor und nach der Entscheidung vergleichen.

Kurven weichen deutlich auseinander

In allen Schulen gab es vor der Aufhebung der Maskenpflicht einen deutlichen Rückgang der Coronainfektionen. Zeitgleich mit dem Verzicht auf Masken wichen die Kurven voneinander ab. Kurz nach der Abschaffung der Pflicht begann die nächste Infektionswelle, besonders hart traf sie die Schulbezirke, die auf eine Maske verzichtet hatten. Bereits in der ersten Woche ohne Maskenpflicht kam es zu 1,44 zusätzlichen Covid-19-Fällen auf 1000 Schulbesucher:innen. Deutlicher wurde der Unterschied bereits in Woche neun. Auf 1000 Schüler:innen und Personal gab es 9,68 Fälle. Im Verlauf von 15 Wochen stiegen die Infektionen auf 44,9 an.

Weiteren Berechnungen zufolge könnte der Verzicht auf die Maskenpflicht in den folgenden 15 Wochen für 28,5 Prozent aller Erkrankungen in Massachusetts bei Schülern und für 35,1 Prozent der Er­kran­kungen beim Personal verantwortlich gewesen sein.

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