Corona- und Grippeimpfung in der Offizin

Warum Apotheken impfen – und andere nicht

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Berlin -

In jeder fünften Apotheke könnten ab Herbst Impfungen gegen Corona und Grippe angeboten werden. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Befragung von aposcope, die am Wochenende auf der APOTHEKENTOUR in Stuttgart vorgestellt wurden.

Laut der Befragung unter 501 verifizierten Apotheker:innen und PTA bieten bereits in 14 Prozent der Apotheken ihren Kund:innen Corona-Impfungen an. Bei Grippeimpfungen sind es 10 Prozent. Weitere 5 Prozent der Teilnehmer:innen gaben an, dass ihre Apotheke ab Herbst bei den Corona-Impfungen dabei sein will, bei den Grippeimpfungen waren es 8 Prozent. Entsprechend könnten dann 19 beziehungsweise 18 Prozent ein entsprechendes Angebot machen.

Dass es im Herbst wegen der beiden Impfungen einen Ansturm auf die Apotheken geben wird, glauben zwei Drittel der Befragten nicht. Andererseits rechnen 28 Prozent (Corona) beziehungsweise 29 Prozent (Grippe) eben doch damit.

Als wichtigste Gründe, Impfungen anzubieten, wurden von den hier aktiven Apotheken genannt:

  • stärkt das Ansehen der Vor-Ort-Apotheke: 70 Prozent (Inhaber:innen: 82 Prozent)
  • hebt die Kompetenz des Apothekenteams hervor: 66 Prozent (Inhaber:innen: 91 Prozent)
  • Erweiterung des Leistungsspektrums: 64 Prozent (Inhaber:innen: 73 Prozent)
  • Kundenbindung: 64 Prozent (Inhaber:innen: 73 Prozent)
  • Kundengewinnung: 53 Prozent (Inhaber:innen: 36 Prozent)
  • niedrigschwelliges Angebot erhöht die Impfquote: 47 Prozent (Inhaber:innen: 100Prozent)
  • hohe Nachfrage: 30 Prozent (Inhaber:innen: 9 Prozent)
  • finanzielle Gründe: 19 Prozent (Inhaber:innen: 36 Prozent)

Dagegen sprechen aus Sicht derjenigen, die nicht mitmachen wollen:

  • fehlendes Personal: 64 Prozent (Inhaber:innen: 68 Prozent)
  • keine Räumlichkeiten/Platz: 64 Prozent (Inhaber:innen: 75 Prozent)
  • fehlende zeitliche Kapazitäten: 56 Prozent (Inhaber:innen: 49 Prozent)
  • möchten keinen Ärger mit den Praxen: 30 Prozent (Inhaber:innen: 54 Prozent)
  • nicht geschult: 26 Prozen (Inhaber:innen: 16 Prozent)
  • bürokratischer Aufwand: 23 Prozent (Inhaber:innen: 39 Prozent)
  • Angst vor Impfreaktionen: 12 Prozent (Inhaber:innen: 18 Prozent)

Auch wenn also längst nicht jede Apotheken Corona- oder Grippeimpfungen anbieten will oder kann – die Möglichkeit wird überwiegend positiv gesehen: 65 Prozent der Teilnehmer:innen sind der Ansicht, dass Impfungen eine Chance für Vor-Ort-Apotheken sind.

Und 45 Prozent sind der Ansicht, dass Apotheken auch andere Impfungen wie FSME oder Hepatitis anbieten dürfen sollten. Allerdings sind 52 Prozent nicht der Meinung, unter den Inhaber:innen sind es sogar 62 Prozent. Gespalten sind die Meinungen auch, was Impfungen durch PTA angeht: Je 48 Prozent sind dafür und dagegen – unter den Inhaber:innen liegt die Zustimmung mit 57 Prozent besonders hoch.

Einfach so in die Apotheke zu kommen und sich die Spritze abzuholen, ist nach Ansicht der Teilnehmer:innen keine Option: 59 Prozent derjenigen, die Impfungen anbieten, halten ein Buchungssystem für das Terminmanagement und die Verwaltung der Impfungen für unerlässlich.

An der aposcope-Befragung nahmen am 4. und 5. Juli insgesamt 501 verifizierte Apotheker:innen und PTA teil.

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