Versorgungswerke

BApO: Rentenversicherung gibt Entwarnung

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Berlin -

Was ist eine pharmazeutische Tätigkeit? Diese Frage ist vor allem für die Altersvorsorge relevant. Denn von der gesetzlichen Rentenversicherung werden nur Apotheker befreit, die sich auf den ihnen zugeschriebenen Terrain bewegen. In der Bundes-Apothekerordnung (BApO) sollen jetzt zehn Punkte verankert werden, an denen sich die Prüfer künftig entlang arbeiten können. Während die ABDA eine Ausgrenzung weiterer Kollegen befürchtet, sieht man bei der Deutschen Rentenversicherung Bund (DRV) die Änderung gelassen.

„Nach unserer ersten Einschätzung wird die Anpassung der BApO keine Auswirkungen auf die Befreiungsfähigkeit von Apothekern von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung haben“, teilte ein DRV-Sprecher auf Nachfrage mit. „Soweit die Felder, in denen Apotheker pharmazeutisch tätig werden dürfen, künftig differenzierter benannt werden als bislang, liegt dem inhaltlich keine Änderung des Verständnisses einer 'apothekerlichen' Tätigkeit zugrunde.“ Wie die bisherige Regelung sei auch der künftige Katalog nicht abschließend, was sich an der Beibehaltung der Formulierung „insbesondere“ zeige.

Die ABDA hatte kritisiert, dass in der Aufzählung verschiedene Bereiche fehlen. Zwar würden exemplarisch pharmazeutische Tätigkeiten aufgezählt; vernachlässigt würden aber der ebenso wichtige Aspekt des Tätigkeitsorts und Aktivitäten in Wissenschaft und Forschung. „Damit finden sich Apotheker, deren Tätigkeitsfeld außerhalb der öffentlichen Apotheken oder Krankenhausapotheken ist, kaum im Gesetz wieder.“ Gerade dieser Aspekt sei in den vergangenen Jahren mehrfach Gegenstand von Beschlüssen des Deutschen Apothekertags (DAT) gewesen.

In ihrer jüngsten Stellungnahme hatte sich die ABDA zumindest für eine „Erweiterung der im Regierungsentwurf vorgesehenen Formulierungen“ ausgesprochen. Ursprünglich hatte man sich in der Jägerstraße eine Liste mit potenziellen Tätigkeitsfeldern gewünscht, die auch die neueren Bereiche abbildet. Grundsätzlich sei die Neudefinition von „pharmazeutischer Tätigkeit“ überfällig.

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