Klinikapotheke erhält Preis für Patientensicherheit

Renal Pharmacist: Wie Apotheken die Medikation sicherer machen

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Berlin -

Apothekerin Jana Rudolph ist stolz: Gemeinsam mit drei anderen Klinikapotheken hat ihr Betrieb am Rudolf Virchow Klinikum in Glauchau am Projekt „Renal Pharmacist“ teilgenommen. Nach erfolgreichem Abschluss bewarb sich das Team um den Deutschen Preis für Patientensicherheit – und holte den ersten Platz.

Der Arbeitsalltag von Rudolph ist gänzlich verschieden zu dem in der öffentlichen Apotheke. Vor zwei Jahren bewarb sich das Klinikum in Glauchau für das Renal Pharmacist-Projekt. Ein zweistufiges Bewerbungsverfahren musste durchlaufen werden, bis aus rund 30 Bewerbungen vier nicht-universitäre Kliniken ausgewählt wurden. Insgesamt dauerte es über ein halbes Jahr, bis die Zusage kam. Neben dem Glauchauer Klinikum nahmen auch Teams aus Sindelfingen, Starnberg und Iserlohn teil.

Polymedikation gehört zum Klinikalltag

Rudolph stieß mitten im zweiten Bewerbungszyklus in das Rudolf Virchow Klinikum und wurde direkt in das Projekt involviert. „Für unser Haus war die Zusage sehr bedeutend“, erklärt sie. In dem kleinen Krankenhaus gilt es 450 Betten zu versorgen. Vor allem im Bereich der chirurgischen, psychiatrischen und geriatrischen Stationen komme es oft zu Polymedikationen in Kombination mit einer herabgesetzten Nierenfunktion. „Die Funktion der Nieren gerät im Alltag leider oft in Vergessenheit: Da wird schnell mal ein Ibuprofen oder Diclofenac angesetzt“, erklärt Rudolph. Genau hier greift das Apothekenteam ein.

„In der Theorie ist vieles bekannt – in der Praxis sieht es dann aber anders aus.“ Im Rahmen des Projektes wurden über zwei Jahre lang mehr als 900 Patient:innen eingeschlossen und mehr als 9000 Medikamente überprüft. „Durchschnittlich muss in unserem Haus jeder Patient 10,2 Medikamente einnehmen – das ist eine ganze Menge und es kommt schnell zu Wechselwirkungen.“ Mehr als 300 Medikationen waren bezogen auf die Niere problematisch.

In der öffentlichen Apotheke kann die Arzt-Apotheken-Kommunikation oft schwierig sein und auch im Klinikum habe es anfangs schonmal die ein oder andere Diskussion gegeben. Insgesamt seien die jüngeren Ärzt:innen offener für die Änderungsvorschläge durch die Pharmazeuti:innen gewesen. Der Großteil sei dann auch umgesetzt worden. „Wir sind schließlich bei der Oberarztvisite dabei und können uns so ein gutes Bild von den Patienten machen und entsprechende Vorschläge liefern.“

Pharmazeutischer Konsilbogen für die Station

Im Laborprogramm der Klinikapotheke wurde ein Tool eingerichtet, welches täglich die Nierenparameter der Patient:innen herausfiltert: So konnten alle Patient:innen mit einer glomerulären Filtrationsrate (GFR) von unter 60 und die dazugehörigen Medikationspläne von den Pharmazeut:innen genauer unter die Lupe genommen werden. Der Fokus lag im Rahmen des Projektes auf Wirkstoffen mit renaler Problematik.

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