Plausibilitätsprüfung

Urteil: Rezeptur ist kein Wunschkonzert Alexander Müller, 14.09.2016 09:05 Uhr

Berlin - Apotheker müssen Änderungen einer Rezeptur im Rahmen der Plausibilitätsprüfung nicht mit dem Patienten abstimmen, sofern dieser nicht vorab darauf bestanden hat. Das Amtsgericht München hat in einem Grundsatzurteil am 5. September entschieden, dass eine Rücksprache mit dem Arzt die einzige Voraussetzung ist. Das Urteil ist rechtskräftig, die beklagte Apothekenkundin muss die Rezeptur bezahlen.

In dem Verfahren ging es um die Anfertigung einer 10-prozentigen Progesteron-Salbe. Die verordnete Dosierung wurde in der Apotheke für zu hoch befunden. Nach Rücksprache mit der behandelnden Ärztin wurde die Salbe mit einer Konzentration von 5 Prozent hergestellt. Doch die Kundin wollte die Rezeptur so nicht abnehmen und verweigerte trotz mehrfacher Aufforderung auch die Bezahlung. Die Apotheke klagte und bekam vor dem Amtsgericht vollumfänglich recht.

Laut Gericht können Patient und Apotheker im Normalfall davon ausgehen, dass eine Rezeptur so hergestellt werden kann, wie sie vom Arzt verordnet wurde. Allerdings haben die Apotheken das Recht und die Pflicht, die Rezeptur auf ihre Plausibilität zu überprüfen. Bei Bedenken muss die Apotheke Rücksprache mit dem Arzt halten.

Die Entscheidung, ob die Rezeptur angepasst werden soll, trägt weiterhin der Arzt. Der Apotheker darf dies nicht eigenmächtig tun. Das Gericht war nach der Zeugenbefragung aber zu der Erkenntnis gelangt, dass diese Abstimmung stattgefunden hat. Damit konnte die Kundin nicht einfach von dem Vertrag mit der Apotheke zurücktreten. Die hergestellte Creme war nicht „mangelhaft“ im Sinne des BGB, heißt es in den jetzt vorliegenden Urteilsgründen.

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