Rücklagen erreichen 570 Millionen Euro

pDL-Topf: Zinsen finanzieren ein Drittel

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Berlin -

Die Rücklagen für pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) sind auch im vierten Quartal gewachsen – auf 569 Millionen Euro. Zwar werden wieder deutlich mehr pDL durchgeführt, doch diese könnten mittlerweile zu einem beträchtlichen Teil alleine aus den Zinsen finanziert werden.

Knapp 41 Millionen Euro wurden im vierten Quartal über die Pauschale von 20 Cent je Packung in den pDL-Topf des Nacht- und Notdienstfonds (NNF) eingezahlt. Hinzu kamen knapp 4,6 Millionen Euro an Zinsen, die alleine im zweiten Halbjahr aufgelaufen sind. In Summe standen damit knapp 583 Millionen Euro zur Auszahlung zur Verfügung.

Abgerufen wurden aber nur 13,6 Millionen Euro, sodass rund 569 Millionen Euro als Rücklagen im Topf verblieben. Mit anderen Wochen: Ein Drittel des ausgezahlten Betrags konnten alleine über die Zinsen finanziert werden.

Immerhin: Im Vergleich zum dritten Quartal stieg die Summe der für pDL abgerufenen Mittel um 20 Prozent, nachdem es in den beiden Quartalen zuvor nur geringes Wachstum gegeben hatte. Und im Vergleich zum Vorjahr steht sogar ein Plus von 64 Prozent.

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr knapp 160 Millionen Euro in den Fonds eingezahlt, rund eine Million Euro mehr als 2024. Auf der anderen Seite wurden 45 Millionen Euro abgerufen, nach 27 Millionen Euro im Jahr zuvor (plus 69 Prozent).

An Zinsen wurden in zwei Tranchen insgesamt 9,6 Millionen Euro vereinnahmt. Auf das Jahr verteilt konnte damit etwas mehr als ein Fünftel der pDL aus den Zinsen finanziert werden. 2024 waren sogar 12 Millionen Euro zusammengekommen.

Streit um pDL

Der Deutsche Apothekerverband (DAV) hatte zuletzt die Finanzierungsvereinbarung gekündigt, um neue Preise für pDL zu verhandeln. Laut einer Analyse der Freien Apothekerschaft (FA) sind pDL in den Apotheken ein Verlustgeschäft.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) will mit der Apothekenreform die pDL-Pauschale streichen und weitere Einzahlungen damit stoppen. Die Idee, die Rücklagen umzuwidmen und für eine Honorarerhöhung zu nutzen, hatte die Abda zurückgewiesen.

Jetzt könnte das Geld bald ganz verloren gehen: Die von Warken eingesetzte Finanzkommission Gesundheit hat zuletzt eine langjährige Forderung der Krankenkassen aufgegriffen und empfiehlt, den pDL-Topf aufzulösen und die vorhandenen Rücklagen an den Gesundheitsfonds auszuzahlen.

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