Neuer BAK-Leitfaden zur „Pille danach“

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Berlin -

Die Bundesapothekerkammer (BAK) hat ihren Leitfaden zu Notfallkontrazeptiva überarbeitet. Dabei wurden unter anderem Hinweise zum Thromboserisiko und auf die Diskussion um eine verminderte Wirksamkeit bei übergewichtigen Frauen aufgenommen. Auch die Checkliste für die Abgabe wurde entsprechend angepasst.

Die Handlungsempfehlung der BAK stand zuletzt in der Kritik: Dr. Christian Albring, Vorsitzender des Bundesverbands der Frauenärzte (BVF), hatte moniert, die ABDA blockiere eine aktuelle Version der Empfehlungen mit Hinweisen der Gynäkologen. Apotheker hätten somit keine umfassenden und fachlich korrekten Unterlagen und würden somit grundsätzlich unvollständig und fehlerhaft beraten – zumindest, wenn sie sich an die BAK-Empfehlungen hielten.

In dem aktualisierten Leitfaden werden die Apotheker nun auf Hinweise aufmerksam gemacht, dass orale Notfallkontrazeptiva bei einem höheren Körpergewicht oder BMI weniger wirksam seien. „Diese Daten sind jedoch begrenzt und nicht eindeutig“, heißt es weiter. Daher würden Notfallkontrazeptiva weiterhin für alle Frauen unabhängig von ihrem Körpergewicht oder BMI empfohlen. Detailliert geht die BAK in diesem Zusammenhang auf die Empfehlungen der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) und die entsprechenden Packungsbeilagen ein.

Bereits in der früheren Version wurde erklärt, dass Belege für ein gesteigertes Thromboserisiko bei sporadischer Einnahme von Notfallkontrazeptiva nicht vorliegen. Nun wird allerdings ergänzt, dass für Levonorgestrel vereinzelte Fälle von Thrombosen beschrieben worden seien, meist in Verbindung mit der regelmäßigen Einnahme der „Pille“. Ein erhöhtes Risiko könne bei weiteren Risikofaktoren nicht ausgeschlossen werden. Daher wurde die Checkliste entsprechend angepasst: Gab es in der Familiengeschichte bereits Hinweise auf Thrombosen, soll Ulipristalacetat abgegeben werden.

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