Dienste für 2027

Notdienst: Inhaber schreibt Schulferien ab

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Berlin -

Das Eintreffen der Notdienstpläne für 2027 sorgt mitunter für Frust. In München ärgert sich ein Inhaber über die Verteilung und fühlt sich ungerecht behandelt. Die Mehrheit seiner Dienste falle in oder kurz vor die Ferien. „Ich kann Fasching, Ostern, Pfingsten, Sommerferien, Herbstferien und Weihnachtsferien mit meiner Familie knicken“, sagt Heinz Köppl.

Köppl führt die Heide Markt Apotheke in München. Gerade erhielt er von der Bayerischen Landesapothekerkammer (BLAK) den Notdienstplan für das kommende Jahr. Nach der Sichtung habe er „Blutdruckspitzen“ bekommen. „Als Vater von drei Kindern, eines davon schulpflichtig, kann man nur während der Ferien Urlaub machen. Von 14 Notdiensten, die ich habe, sind acht Tage in den Ferien oder an einem Freitag in den Ferien“, sagt er.

Kammer reagierte noch nicht

Der Inhaber schrieb an die Kammer – bisher jedoch ohne Antwort. Er kritisierte in dem Schreiben die Verteilung und verwies auf die Schulferien. Zudem beklagte er, dass sicher keine Kollegin oder kein Kollege an diesen Terminen tauschen wolle. „Ungerecht ist es auf alle Fälle! Was können Sie mir raten?“, fragte er bei der Kammer nach.

Der Apotheker fühlt sich „bestraft“ und stellt das System in Frage: „In meinen Notdiensten ist nie was los. Ich habe keine Bereitschaftspraxis ums Eck, somit kommen zu mir nur 30 bis 40 Kunden an einem Sonn- oder Feiertag.“ Unter der Woche seien es fünf Kunden. Sie verlangten Nasenspray, Mittel gegen Durchfall, Schwangerschaftstests oder die Pille danach. „Glücklich bin ich schon, wenn ich ein Rezept vorgelegt bekomme, welches vor drei Wochen ausgestellt wurde. Dafür darf ich meine Lebenszeit in die Tonne treten.“

Kein Apotheker mag Notdienste

Bei der Kammer werde man als „Lösung“ bestimmt auf angestellte Apothekerinnen oder Apotheker verweisen, die den Dienst übernehmen könnten. „Das Problem ist nur, keiner mag Notdienste und ich muss auch dem Apotheker nach dem Notdienst frei geben. Dann fehlt neben mir noch einer in der Apotheke.“ Wenn das öfter geschehe, würden die Angestellten nicht mehr lange für ihn arbeiten.

Ein weiteres Problem sei, dass bei der Tauschbörse auf der Internetseite der Kammer, jede Münchner Apotheke angezeigt werde. Er müsse also selbst diejenigen Betriebe suchen, die in einem geeigneten Radius lägen. „Dann muss ich mich hinsetzen und telefonieren.“ Köppl ist verärgert und hofft, dass er Kolleginnen oder Kollegen findet, die ihn vertreten. „Aber jeder hat doch das Problem.“

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