Niedersachsen

Notdienst: Ärger für Filialverbünde

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Berlin -

In Niedersachsen hat die Apothekerkammer ein neues Notdienstsystem scharf gestellt. Doch zum Start gibt es Probleme, denn offenbar hatte die KI nicht alle Besonderheiten im Blick.

Ab dem kommenden Jahr müssen viele Apotheken in Niedersachsen häufiger ran als bislang. Von bis zu zwei Dutzend Diensten im gesamten Jahr ist die Rede; viele Inhaberinnen und Inhaber müssen etwas häufiger als bislang ran. „Ich kenne keinen Kollegen, der weniger als zuvor machen muss“, sagt etwa Claudia Hagedorn, Inhaberin der Phoenix-Apotheken in Wolfsburg. Aber: Im Großen und Ganzen könne man damit gut leben.

Ärgerlich ist für sie allerdings, dass sie mit ihren Filialapotheken mehrfach hintereinander zum Dienst eingeteilt ist. So müsse eine Apotheke am Ostersonntag ran, eine andere am Ostermontag. Das lasse sich zwar mit dem vorhandenen Personal lösen, nur falle die Mitarbeiterin dann am Dienstag danach in den jeweiligen Apotheken aus.

48-Stunden-Dienst

Andere Kolleginnen und Kollegen stellt die Einteilung vor größere Herausforderungen. In Buxtehude etwa sind die Engel Apotheke und die Has und Igel Apotheke bei den Diensten mehrfach direkt nacheinander eingeteilt. Das Problem: Inhaberin Christina Betzler stemmt die Notdienste in der Regel alleine. „Ich muss also um 8:30 Uhr eine Apotheke schließen und gleichzeitig um 8:30 Uhr im Nachbarort den anderen Betrieb aufmachen. Was natürlich nicht geht.“

Wochentags hätte sie die Möglichkeit, dass am Morgen eine ihrer Approbierten einspringt und pünktlich die Apotheke öffnet. Doch es sind auch drei Wochenenden dabei, an denen sie sich in die Filialapotheke teleportieren müsste, um pünktlich den Dienst anzutreten, ohne den anderen Notdienst vorzeitig zu verlassen. Alternativ müsste sie versuchen, für die eine Stunde eine Vertretung zu organisieren.

Aber auch dann bliebe das Problem der doppelten Belastung: „48 Stunden Notdienst am Stück sind auch nicht unbedingt das Schönste im Leben“, sagt sie weiter. Einigen Kollegen in ihrem Umfeld gehe es genauso.

Beide Inhaberinnen hatten bei der Kammer nachgefragt, ob man die Einteilung nicht anders lösen könne. Man dürfe die Parameter nicht zu straff setzen, da man sonst als Flächenland keine gute Planung hinbekomme, habe es zur Antwort geheißen.

Tausch als Alternative

Die Kammer teilt dazu auf Nachfrage mit: „Das algorithmenbasierte Notdienst-System ist so eingerichtet, dass Apotheken eines Filialverbundes nicht am selben Tag zum Notdienst eingeteilt werden. Es kann jedoch vorkommen, dass ihre Notdienste an aufeinanderfolgenden Tagen liegen. In diesem Fall besteht die Möglichkeit, die Dienste mit anderen Apotheken, den sogenannten Stellvertreterapotheken, zu tauschen.“

Aktuell laufe die Phase der Notdiensttausche, in der die Apothekeninhaberinnen und Apothekeninhaber ihre im vorläufigen Notdienstplan zugewiesenen Notdienste tauschen könnten. „Voraussichtlich Ende November werden die verbindlichen Notdienstanordnungen an die Apotheken übermittelt.“

Allerdings gibt es hier noch ein anderes Problem: Eigentlich sollte schon im August das neue Portal präsentiert werden, auf dem Apotheken den Notdienst tauschen können. Doch die Verspätung aufgrund von Problemen beim Relaunch der Website sorgt dafür, dass die Zeit knapp wird.

Website nicht erreichbar

Inhaberinnen und Inhaber berichteten zuletzt, dass sie sich zunächst gar nicht in den Mitgliederbereich einloggen konnten. Die Kammer räumte in der vergangenen Woche gegenüber den Mitgliedern ein, dass der Zugang zum persönlichen Bereich nach wie vor eingeschränkt sei und dass damit auch das Notdienstportal und der Stellenmarkt nicht erreichbar seien. Immerhin: Man habe die Ursache inzwischen lokalisiert und arbeite intensiv daran, das Problem zu beheben. „Die notwendigen technischen Anpassungen benötigen allerdings noch etwas Zeit. Wir bitten Sie deshalb noch um ein wenig Geduld und danken Ihnen sehr für Ihr Verständnis.“

Für die Apotheken wird die Zeit knapp. Wer nicht rechtzeitig den Tausch für das kommende Jahr über das Portal angemeldet hat, muss dann einen separaten Antrag stellen. Vielerorts steht im Team außerdem gerade die Urlaubsplanung für das kommende Jahr an, was sich ohne Kenntnis über die Einteilung der Notdienste schwierig gestaltet.

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