Nach G+M Zürn-Pleite

Neuer Apothekeneinrichter startet

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München -

Die Pleite des Apothekeneinrichters G+M Zürn hatte sich zwar bereits angedeutet – kam dann aber offenbar doch schneller als erwartet. Für die heute beginnende Expopharm war eigentlich ein eigener Stand geplant. Dafür haben sich ehemalige Vertriebsmitarbeiter nun zu einer eigenen Firma zusammengeschlossen: Apo Einrichtungen ist seit dieser Woche am Start.

Das Insolvenzverfahren über G+M Zürn wurde am 1. Oktober beim Amtsgericht Bielefeld eröffnet. Den Antrag hatte Geschäftsführer Gerhard Wolff bereits Ende August gestellt. In der Vergangenheit zählte die Firma zu den drei größten Einrichtern von Apotheken und Arztpraxen.

Obwohl die Mitarbeiter angeblich schon ab August nicht mehr bezahlt wurden, war für die Expopharm noch ein Stand mit 120 m² Fläche vorgesehen. Angeblich wurde für die kurzfristige Absage eine höhere fünfstellige Summe fällig. Am 1. Oktober wurde dann formal das Insolvenzverfahren „wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung“ eröffnet.

Ein Problem des Einrichters war Insidern zufolge, dass die Objektplaner ihre Aufträge nur dem eigenen Fertigungspark der G+M Gruppe erteilen durften. Doch das Werk im saarländischen Illingen war längst nicht mehr auf dem neuesten Stand und dem Vernehmen Jahr schon seit Jahren defizitär.

Darunter hatte G+M Zürn im Wettbewerb zu leiden: Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmte ehemaligen Kunden zufolge nicht mehr. Die Aufträge gingen zurück, in den vergangenen zweieinhalb Jahren soll sich der Umsatz der Firma halbiert haben. Schon im August stellte Wollf Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens.

Nach Bekanntwerden des Insolvenzantrags hatten mehrere freie Mitarbeiter sofort gekündigt. Weil sie eigentlich im Markt großes Potenzial sehen, haben sie jetzt gemeinsam Apo Einrichtungen gegründet. Geschäftsführer ist Frank Lüke, der zuvor als freier Mitarbeiter bei G+M Zürn für die Leitung des Vertriebs zuständig war.

Um die Planungen möglichst reibungslos zu gestalten, soll in festen Kooperationen gearbeitet werden. „Wir gehen davon aus, dass wir von den jetzt frei werdenden ehemaligen Mitarbeitern von G+M Zürn noch einige gewinnen können und so dem Markt eine überaus erfahrene Mannschaft mit entsprechendem Know-how und Kompetenz für den deutschen und deutschsprachigen Raum zur Verfügung stellen können“, sagt Lüke.

Da auch die meisten anderen Mitarbeiter zuvor nicht fest angestellt waren, können sie ohne Probleme bei der neuen Firma einsteigen. Nur als Nachfolger der insolventen G+M Zürn will sich das neu formierte Team nicht verstehen. Schwerpunkt der neuen Gesellschaft soll aber weiterhin die Planung und Realisierung von Apotheken und Praxeneinrichtungen sein.

Nicht von dem Insolvenzverfahren betroffen ist außerdem die Firma Zürn Einrichtungen. Zwar gab es ab 1997 einen Kooperationsvertrag mit G+M, dieser wurde aber Gerhard Hauck zufolge schon 2013 wieder aufgelöst. Hauck ist geschäftsführender Gesellschafter bei Zürn und nicht besonders gut auf Wolff zu sprechen: Der habe – ohne Hauck zu informieren – im Jahr 2012 Markenrechte auf seinen Namen überschreiben lassen.

Deshalb ist es der Firma Zürn jetzt wichtig, dass die beiden Firmen nicht vermischt werden. Die stünden heute in keinerlei Verbindung, sondern – jedenfalls bis zuletzt – im Wettbewerb zueinander, so Hauck. Sein Unternehmen sei, wenn auch mit kleinerem Team, nach wie vor am Markt aktiv.

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