Lagevrio und Paxlovid – ein Vergleich

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Berlin -

Bis auf Remdesivir und monoklonale Antikörper, die mittels Infusion gegeben werden müssen, war lange keine spezifische Covid-19-Therapie verfügbar. Wirkstoffe wie Dexametason können nur die allgemeinen Symptome lindern. Mit Lagevrio (Molnupiravir, Merck Sharp & Dohme) und Paxlovid (Nirmatrelvir, Ritonavir, Pfizer) stehen nun zwei neue Arzneimittel zur Verfügung – ein Wirkstoff zielt spezifisch auf Sars-CoV-2 ab. 

Lagevrio (Molnupiravir) ist bereits verfügbar, auch wenn das antivirale Medikament noch keine Zulassung erhalten hat. Ärzt:innen können das Präparat patientenindividuell verordnen, Apotheken dürfen es nur auf Anforderung bestellen – eine Lagerhaltung soll nicht erfolgen, sodass stets ausreichend Packungen verfügbar sind. Zunächst hat die Regierung 80.000 Packungen beschafft.

Indikation:
Personen die an Covid-19 erkrankt und nicht hospitalisiert sind. Die Betroffenen dürfen nicht auf zusätzlichen Sauerstoff angewiesen sein. Diagnose muss mittels Antigen- oder PCR-Test gesichert sein. Bei ausschließlich vorliegendem Antigen-Schnelltests-Ergebnis muss ein PCR-Test angeschlossen werden.

Einnahme und Dosierung:
Gestartet werden sollte die Einnahme innerhalb von 5 Tagen nach dem Einsetzen von Symptomen. Fünf Tage lang werden morgens und abends vier Kapseln eingenommen. Am besten erfolgt die Einnahme alle 12 Stunden. Jede Kapsel enthält 200 mg Molnupiravir, sodass eine Einzeldosis 800 mg Wirkstoff entspricht.

Achtung:
Eine vergessene Dosis soll bis zu 10 Stunden nach dem Vergessen nachträglich eingenommen werden. Bei über 10 Stunden soll die Gabe nicht nachgeholt werden. Es darf bei der nächsten Einnahme nicht die doppelte Menge genommen werden.

Kontraindikation Schwangerschaft:
Frauen, die schwanger sind, dürfen Lagevrio nicht einnehmen. Während der Behandlung und vier Tage darüber hinaus sollte entweder eine sexuelle Abstinenz oder eine sichere Verhütungsmethode (Barriere oder hormonell plus Barriere) angewendet werden. Für Männer gilt: Nach der Einnahme sollte drei Monate lang kein Kind gezeugt werden.

Pharmakologie:
Bei Molnupiravir handelt es sich um ein Prodrug, das zum Ribonukleosid-Analogon N-Hydroxycytidin (NHC) metabolisiert wird. Erst in der Zelle bildet sich dann NHC-Triphosphat – der aktive Metabolit. Kommt es zum Einbau in die virale RNA so entstehen immer mehr „Fehler“ im viralen Genom. Die Replikation des Virus ist gestört – es kommt nicht zur Virusvermehrung. Molnupiravir wirkt demnach nicht spezifisch gegen Sars-CoV-2.

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