Großrazzia wegen Urkundenfälschung: Apothekerin beschuldigt | APOTHEKE ADHOC
15 Objekte von 200 Einsatzkräften durchsucht

Großrazzia wegen Urkundenfälschung: Apothekerin beschuldigt

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Berlin -

Schon länger haben die Staatsanwaltschaft Düsseldorf und die Bundespolizei eine Fälscherbande im Visier. Mehreren Beschuldigten wird vorgeworfen, im großen Stil Impfnachweise gefälscht zu haben. Auch eine Apotheke und die Wohnräume der Inhaberin wurden durchsucht. Insgesamt waren an dem Großeinsatz knapp 200 Einsatzkräfte beteiligt. Die Bundespolizei spricht von einer „erschreckend organisierten“ Bande.

In den frühen Morgenstunden haben die Einsatzkräfte Durchsuchungen in zwölf Wohnräumen der insgesamt zehn Beschuldigten zeitgleich durchgeführt. Außerdem wurde die Apotheke in Düsseldorf, ein Corona-Testzentrum und ein Kosmetikstudio durchsucht. Die Ermittler waren in Düsseldorf, Duisburg, Hilden, Solingen, Köln, Dinslaken und Erkrath im Einsatz.

Zehn Beschuldigte stehen im Verdacht, gemeinschaftlich gefälschte Bescheinigungen über Corona-Schutzimpfungen hergestellt zu haben. Die beiden Hauptbeschuldigten, eine 40-jährige türkische Staatsangehörige und ein 44-jähriger deutscher Staatsangehöriger, wurden verhaftet.

Beschuldigte Apothekerin nicht verhaftet

Die Apothekerin ist auf freiem Fuß. Gegen sie werde weiter ermittelt. Zudem werde der Inhaberin demnächst eine Vorladung von der Staatsanwaltschaft geschickt und sie werde zu einem Gerichtsverfahren geladen. Bei dem Fall handele es sich um eine Fälscherbande, die „wirklich erschreckend organisiert“ gehandelt habe, sagt eine Sprecherin der Bundespolizei. Dass eine Apotheke involviert sei, schädige dem Image der Apothekerschaft, da man Apotheken eigentlich mit Seriösität in Verbindung bringe.

Die Beschuldigten sollen sich zusammengeschlossen und in erheblichem Umfang gefälschte Bescheinigungen über Corona-Schutzimpfungen in Impfbücher eingetragen haben. Weiterhin sollen sie, unter Nutzung der IT-Infrastruktur der Apotheke und den entsprechenden Zugriffsmöglichkeiten auf das Apothekenportal, vermeintlich echte Impfzertifikate mit entsprechendem QR-Codes hergestellt haben. Auf diese Weise soll sich die mutmaßliche Fälscherbande eine fortlaufende Einnahmequelle verschafft haben.

Die Bande sei aufgeflogen, weil zuvor durch die Bundespolizei immer wieder gefälschte Impfnachweise bei der Einreise nach Deutschland aufgetaucht seien. Die Ermittllungen liefen bereits länger, so die Sprecherin. Es liegt der Tatverdacht zugrunde, dass durch die Beschuldigten zahlreiche Straftaten im Zusammenhang mit der Fälschung von Impfnachweisen begangen wurden.

Falsche Arztstempel und Chargenetiketten

Bei den Durchsuchungsmaßnahmen wurde umfangreiches Beweismaterial wie 300 Impfbücher, circa 1000 Chargenetiketten, zehn falsche Arztstempel, Datenträger und Mobiltelefone sichergestellt. Zudem wurden bisher insgesamt 45.000 Euro Bargeld sowie Sachwerte wie hochwertige Armbanduhren in Höhe von 15.000 Euro gepfändet. Außerdem wurden bei einem Beschuldigten gefährliche Gegenstände und verbotene Waffen, wie verschiedene Messer und ein Schlagring gefunden.

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