Verschiedene Gründe

Dritter Protest-Tag: Nicht alle Apotheken beteiligen sich

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Berlin -

Am heutigen Protesttag werden etwa 4000 Teilnehmer:innen bei der zentralen Zusammenkunft von bayerischen und baden-württembergischen Apotheken auf dem Stuttgarter Schlossplatz erwartet. Doch nicht alle Inhaber:innen können oder wollen sich beteiligen – aus verschiedenen Gründen.

Heute startet um 12:05 Uhr der zentrale Protest der Apotheken aus dem süddeutschen Raum auf dem Stuttgarter Schlossplatz. Die Apothekerverbände aus Baden-Württemberg und Bayern haben sich zusammengetan und die Apotheken in beiden Bundesländer sollen heute komplett geschlossen bleiben. Gerechnet werde mit mehreren tausend teilnehmenden Apotheken, so dass es zu großflächigen Schließungen am heutigen Tag kommen werde. Doch nicht alle Inhaber:innen ziehen heute mit: Vereinzelt werden Apotheken trotz Streik geöffnet bleiben.

Zwar ist der Ruf der Apothekerschaft nach Solidarität laut, aber es gibt verschiedene Gründe, das Geschäft heute trotzdem zu öffnen. In Sigmaringen beispielsweise werden laut einem Bericht der Schwäbischen Zeitung drei Inhaber:innen nicht schließen. Die Herz-Apotheke habe eine vertragliche Bindung an Kaufland und müsse geöffnet bleiben. Laut Bericht bleibt heute auch die Apotheke im Hanfertal geöffnet. Auf Nachfrage möchte sich der Inhaber jedoch nicht zu den Gründen äußern. Ein anderer Inhaber aus Sigmaringen geht ebenfalls nicht näher auf die Gründe zur heutigen Öffnung ein, sagt aber „der Laden könne nicht immer geschlossen haben“.

Katja Linden, Inhaberin der Europa-Apotheke in Stuttgart, ist überzeugt davon, dass Inhaber:innen, die heute nicht zusperren, auch wichtige Gründe haben: „Für manche Apotheken ist eine Ganztags-Schließung direkt existenzbedrohend. Keiner kommt finanziell für den Ausfall auf und manche können sich den Streik schlicht nicht leisten“, so die Apothekerin. Dabei zweifle sie nicht an dem Verständnis für die Dringlichkeit des Protestes: „Jeder hat mittlerweile verstanden, dass es so nicht weitergehen kann für die Apotheken. Ich bin mir sicher, dass alle, die sich beteiligen können, auch mitmachen.“

Sie selbst habe heute geöffnet, um die Substitution für Drogenabhängige zu gewährleisten. „Meine Kollegen gehen später alle zur Kundgebung. Einer muss aber vor Ort sein, um die Versorgung der Menschen zu gewährleisten. Eine Substitution mit Methadon kann nicht bis zum nächsten Tag warten“, so die Inhaberin. Auch in der Filiale ist heute nur Minimal-Betrieb. „Es sind nur zwei Mitarbeiterinnen dort, denn auch da wird regelmäßig für Drogenabhängige substituiert. Würden wir das heute ausfallen lassen, ist der ganze Behandlungserfolg gefährdert, das können wir nicht verantworten.“

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