Senior ohne benötigtes Medikament

DocMorris: E-Rezept weg, Warten auf Arzneimittel

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Berlin -

Ein 76-Jähriger wollte bei der Versandapotheke die Zuzahlung sparen – „dann wird die Sache für ihn gefährlich“, heißt es aktuell auf dem Regional-Nachrichtenportal „Schwäbische“. Denn der Versender lieferte nicht. Zukünftig will der Senior wieder die Apotheke vor Ort nutzen, um seine dringend benötigten Arzneimittel zu bekommen. „Die spielen mit dem Leben von Patienten“, resümiert er.

Der Fall: Elmar Maronn aus Bad Waldsee in Baden-Württemberg wollte seine Rx-Arzneimittel „bequem nach Hause geliefert bekommen“, wie das Portal schreibt. Dabei ging es ihm auch um den Zuzahlungs-Bonus – immerhin insgesamt 62 Euro an Zuzahlungen fallen bei ihm pro Quartal an. Also entschied er sich, seine Arzneimittel beim Versender zu bestellen.

Versender liefert nicht

Doch dieser konnte nicht direkt liefern. „Als die angekündigte Lieferung ausblieb, wandte sich Maronn an den Kundenservice der Onlineapotheke DocMorris. Einen neuen Liefertermin konnte man ihm nicht nennen. Weil sein Medikamentenvorrat inzwischen knapp wurde, stornierte er schließlich drei der bestellten Medikamente, um sie stattdessen in einer Apotheke vor Ort zu holen“, beschreibt die „Schwäbische Zeitung“ den Vorgang.

Doch die entsprechenden E-Rezepte mussten erst wieder durch DocMorris freigegeben werden – was dem Bericht zufolge deutlich länger als 24 Stunden dauerte und „zu einem Dilemma“ führte, da auch die Apotheke vor Ort nicht einspringen konnte. Für den Senior ein Problem, da er die Insulinspritzen und Blutdrucktabletten dringend brauchte.

Der DocMorris-Sprecher verwies in diesem Zusammenhang auf eine Störung in der Telematikinfrastruktur (TI), die auch die niederländischen Versender treffe, denn sonst könnten Rezepte normalerweise sofort wieder freigegeben werden. Nach Angaben von DocMorris werden E-Rezepte nach einer Stornierung normalerweise direkt wieder freigegeben. „Eine Stornierung durchlaufe mehrere Systeme. Je nachdem, wie weit die Bearbeitung des Rezepts bereits fortgeschritten sei, könne es dabei zu kurzen Verzögerungen kommen. Hinzu kämen gelegentliche Störungen im E-Rezept-System“, so die „Schwäbische“.

Der DocMorris-Sprecher empfiehlt dem Beitrag zufolge, sich in einem solchen Fall noch einmal telefonisch an den Kundenservice zu wenden. Die „Schwäbische“ verweist darauf, dass es solche Probleme laut Online-Bewertungen auch bei anderen Versendern gebe.

Die Zeitung hat dazu auch Inhaber Florian Becker aus Bad Waldsee befragt, der zudem Vizepräsident des Landesapothekerverbands Baden-Württemberg (LAV) ist. Becker verwies in diesem Zusammenhang auf das Privileg der Vor-Ort-Apotheken, Chronikern dringend benötigte Arzneimittel zur Anschlussversorgung auch ohne Rezept abgeben zu können. Becker rate aber grundsätzlich dazu, sich bei Problemen mit dringend benötigten Mitteln möglichst früh an eine Apotheke vor Ort zu wenden, hier könne oft schneller eine Lösung gefunden werden. Dass die Kund:innen mit den Zuzahlung-Boni gelockt werden, sei „unlauterer Verdrängungswettbewerb“, zitiert ihn die Zeitung.

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