Rezeptkorrektur

Die Tipp-Ex-Retax ist zurück, Bedauern bei der AOK Nadine Tröbitscher, 28.02.2019 10:05 Uhr

Berlin - Apotheker, schmeißt das Tipp-Ex weg: Die AOK Hessen ist gerade mit dem Rotstift unterwegs und zwar wenn es um mit Tipp-Ex korrigierte Rezepte geht. Aktuell erhalten Apotheken im mitteldeutschen Bundesland Retaxationen von Verordnungen, die im zweiten und dritten Quartal 2018 beliefert wurden. Die Korrektur, die beispielsweise nach einem Fehldruck vorgenommen werden muss, ist bereits seit 2012 in der Technischen Anlage 2 verankert.

„In der Tat retaxiert die AOK Hessen derzeit Verordnungen, in denen Änderungen unzulässigerweise unter Zuhilfenahme einer Korrekturflüssigkeit vorgenommen worden sind“, teilt die Kasse mit. Zur Größenordnung will der Kostenträger keine Angaben machen. Weiter heißt es: „Wir bedauern, uns zu diesem Schritt gezwungen zu sehen und wissen durchaus, dass Retaxationen für Apotheken im Einzelfall eine große Belastung darstellen können.“ Trotzdem – die Retaxationen seien unumgänglich. „Allerdings sind wir gehalten, eine höchstmögliche Datenqualität und -sicherheit zu gewährleisten und werden daher in der Abrechnungsprüfung auch weiterhin verstärkt auf Verordnungen achten müssen, die offenkundig und unter Verdeckung des ursprünglichen Inhaltes verändert wurden.“

Schließlich handele es sich bei Rezepten um „Dokumente“. „Eigenständige Änderungen durch die Apotheke sowie Unkenntlichmachungen von Veränderungen (zum Beispiel mit Korrekturflüssigkeiten) sind grundsätzlich nicht zulässig und können gegebenenfalls sogar eine Fälschung des Dokumentes darstellen“, so ein Sprecher der Kasse.

Retaxiert werden sowohl Änderungen im „Datumsfeld“ als auch im „Taxfeld“. Vereinzelt sollen sogar die von den Praxen auf der Verordnung angegebenen Pharmazentralnummer mit Korrekturflüssigkeit verdeckt worden sein. „Auch solche Verordnungen wurden von uns retaxiert.“ Dass es zu Retaxationen kommen werde, war abzusehen. „Über dieses Vorgehen haben wir auch immer größtmögliche Transparenz hergestellt und den Hessischen Apothekerverband mehrfach auf die Problematik hingewiesen.“ Dabei sei „die Zuhilfenahme einer Korrekturflüssigkeit überhaupt nicht nötig.“ Fehldrucke könnten in der Apotheke selbstverständlich korrigiert werden, bei Korrekturen im Taxfeld sei das Spezialetikett zu verwenden. „Solche Änderungen sind ausdrücklich zulässig und leicht umzusetzen.“ Bei Korrekturen des Abgabedatums empfiehlt die Kasse folgendes. „Sind etwa Korrekturen im Bereich des Abgabedatums notwendig, ist der Fehldruck so durchzustreichen, dass die ursprüngliche Angabe noch lesbar ist. Das korrekte Abgabedatum muss anschließend gut leserlich und zusammen mit einem handschriftlichen Vermerk neben dem Fehldruck ergänzt werden.“

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