Rezeptkorrektur

Tipp-Ex-Retax: AOK bleibt hart APOTHEKE ADHOC, 27.05.2019 07:49 Uhr

Berlin - Der Streit um Retaxationen wegen mit Tipp-Ex korrigierten Rezepten ist nicht ausgefochten. In Hessen sind die AOK und der Apothekerverband (HAV) dazu in Gesprächen. Die Kasse gibt sich streng. Selbst wenn die Verordnung durch den Arzt mit dem Korrekturroller angepasst worden ist, wird die Apotheke in Regress genommen. Mit einem neuen Rezept ist die Apotheke auf der sicheren Seite.

In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Apotheken in Hessen, die wegen mit Tipp-Ex korrigierten Rezepten retaxiert worden sind. Wie viele es waren, will die AOK nicht verraten. „Die AOK Hessen kann solche Rezepte nicht annehmen, unabhängig davon, wer letztendlich der oder die Verursacherin ist“, sagt ein Sprecher. Dass ein Rezept bereits in einer Praxis oder einer anderen Apotheke mit dem Korrekturstift bearbeitet wurde, dürfte in der Realität höchst selten vorkommen.

Der AOK Hessen sind unabhängig von der Ursache die Hände gebunden. Eine Verordnung sei ein Dokument, eine rechtsbegründende Unterlage, so der Sprecher. „Und es wird immer Interpretationsspielräume dahingehend geben, ob mit Tipp-Ex wirklich ein Fehler (oder ein Fehldruck) korrigiert wurde oder – zumindest ist das nicht vollständig und jederzeit auszuschließen – etwas kaschiert werden soll.“

Die Kasse zeigt sich zuversichtlich, dass Tipp-Ex-Retaxationen künftig seltener werden. „Wir gehen davon aus, dass die Zahl dieser Vorkommnisse in den nächsten Monaten stark sinken wird, zumal wir uns mit dem HAV dazu eng ausgetauscht haben und das Thema in diesen Tagen und Wochen von dort aus an alle Apothekeninhaber kommuniziert wird.“

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