600-Seiten-Fax: Pfizer legt Apotheke lahm

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Berlin -

Für Apotheken ist das Fax eine zentrale Verbindung zu Herstellern, Krankenkassen und Ärzten. Steht das Gerät still, kann die Arbeit in der Offizin empfindlich gestört werden. Apothekerin Silja Wilckens hatte zum Wochenstart einen Zwischenfall mit einem Schreiben von Pfizer. Der Hersteller schickte eine 601 Seiten umfassende Nachricht. Beim Versand habe es einen Fehler gegeben, sagte ein Konzernsprecher.

Die Inhaberin der Alten-Apotheke im niedersächsischen Edewecht kam am Montagmorgen in die Offizin und sah, dass ihr Fax kein Papier mehr hatte. Gleichzeitig waren zahlreiche Schreiben angekommen. Noch bevor sie die Faxe durch sah, legte sie Papier nach – und das Gerät sendete weiter.

Die erste Seite zeigte das Firmenlogo des Herstellers. Unter dem Stichwort „Notes“ stand „Pfizer Customer Healthcare“ [sic!], unter „From“ war die E-Mail-Adresse eines Mitarbeiters angegeben. Die restlichen Seiten waren mit wild durcheinander gewürfelten Buchstaben und Sonderzeichen versehen. Außerdem stand oben auf jedem Blatt „PfizerFax Server04“.

Wilckens wandte sich telefonisch und schriftlich an den Kundenservice und forderte den Abbruch der Sendung. Pfizer sei jedoch nicht in der Lage gewesen, das Fax abzustellen, sagt sie. Beim Hersteller habe es nur geheißen, man sei nicht befugt und könne nichts tun.

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