Aufgedeckt: Deshalb fehlte Lauterbach! | APOTHEKE ADHOC
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Aufgedeckt: Deshalb fehlte Lauterbach!

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Berlin -

„Letzter Aufruf für Minister Lauterbach. Ich wiederhole: Letzter Aufruf: Minister Lauterbach bitte sofort in den Plenarsaal!“ In der Stimme von Bundestagsvize Wolfgang Kubicki mischt sich ein Schuss Panik in den gewohnten gönnerhaften Spott. „Karl, dein Gesetz!!“ In letzter Sekunde erscheint der Minister, zerzauster denn je, und eilt schwer atmend ans Rednerpult, um den Abgeordneten sein Apotheken-Demoralisierungsgesetz (GKV-FinStG) letztmalig schmackhaft zu machen.

Aber wie konnte Karl Lauterbach, Gesundheitsminister der Herzen, Corona-Godzilla und Impfverpflichter der Nation, diesen Termin vergessen? Hat er nicht, er wurde aufgehalten, damit er nicht gesetzgeben kann. Alle, wirklich alle hassen sein Spargesetz und deshalb gab es viele Versuche, Lauterbach von der 2./3. Lesung des GKV-FinStG abzuhalten.

Der erste Anschlag auf Lauterbachs Zeitplan war sehr ausgebufft: Unbekannte hatten die ganze Nacht über vermeintliche neue Studien über Covid-19 und „Kinder-Comirnaty“ ins Netz gesetzt, um dem Minister den Schlaf zu rauben. Denn der liest schließlich jede Studie oder ordnet sie wenigstens ein.

Und so ging es den ganz Tag weiter: Plötzlich sollte er Cannabis legalisieren. Die Beratungen zogen sich und als endlich ein Eckpunktepapier stand mit kreativen Altersgruppen, Gehaltsobergrenzen ganz neuer Art und lizenzierten Dorfapotheken hatte Lauterbach wahnsinnigen Heißhunger auf Schokokekse. Und auf Falafel.

Zufrieden mampfend in seinem Ministerium fiel Lauterbach dann in ein Rabbit Hole von Videos, Berichten und Bildergalerie streikender Apotheken. „Voll krass. Da müsste die Regierung doch was unternehmen“, findet Lauterbach. Wer soll sonst künftig seriös Gras verticken?! Das Telefon klingelt: „Herr Minister, wo sind Sie? Sie müssen in den Reichstag, gleich ist Ihr Gesetz dran“, sagt sein Mitarbeiter. „Quatsch, es ist 4:20“, kichert Lauterbach, „wir ham noch Zeit“.

Vielleicht waren das doch ein paar Brownies zu viel? Lauterbach hat Bauchschmerzen und bestellt sich Buscopan. Von wegen Engpass! Er ordert gleich 20 Packungen und wundert sich nicht weiter darüber, dass das bei dem niederländischen Versender so einfach geht. Vielleicht sollte er sich gleich auch noch einen Vorrat ACC akut anlegen. Da fällt ihm ein: Er muss diesem Öko-Apotheker aus Bayern noch schreiben, der sauer ist, weil es keine Fiebersäfte für Kinder mehr gibt.

Das Telefon klingelt wieder. „Herr Minister, der Herr Kubicki sucht Sie.“ Lauterbach ist genervt: „Lassen Sie mich raten: Er wartet in der Hotelbar auf mich?“ „Nein, Herr Minister, im Plenarsaal!“

Lauterbach springt auf und eilt zum Platz der Republik. Doch was ist das? Das Reichstagsgebäude ist verschwunden. Vielmehr verhüllt hinter weißen Stoffbahnen, auf denen riesiges rotes A prangt. Irgendwas ruft das in Lauterbach wach. Er hat keine Zeit, weiter darüber nachzudenken, wühlt sich einen Weg ins Innere und kommt gerade noch rechtzeitig. Der Rest ist Geschichte. Der Kassenabschlag steigt, weil sich die Abda verhüllt und die Adexa niemand gefragt hat. Man könnte auch Maskenabschlag sagen, aber das ist eine andere Geschichte. Schönes Wochenende!

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