Vor Zinsentscheid der EZB

Apobank will Verwahrentgelt streichen

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Berlin -

Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank (Apobank) hat angekündigt, die seit einigen Monaten geltenden Negativzinsen wieder zu streichen, sobald die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins anpasst. Und tatsächlich: Schon ab Herbst könnte die Maßnahme wieder gestrichen werden.

Die Apobank ist Marktzwängen unterlegen. Jahrelang waren die Zinsen der EZB auf Null oder im negativen Bereich. Das bedeutet, dass Banken für ihre Einlagen bei der EZB bezahlen müssen. Diese Kosten wurden häufig an die Kunden der Banken weitergegeben – so seit einigen Monaten auch bei der Apobank.

EZB-Zins steigt, Kosten für Kunden sinken

Nachdem die EZB-Rat am 9. Juni seine Absicht bekannt gegeben hat, im Juli die Leitzinsen um 25 Basispunkte zu erhöhen, will auch die Apobank reagieren. Man habe bereits sehr frühzeitig angekündigt, keine Verwahrentgelte für Privatkunden mehr zu berechnen, sobald der Zins für die Einlagefazilität mindestens auf 0 Prozent angehoben wird, so eine Sprecherin. „Der EZB-Rat geht von einer weiteren Zinserhöhung im September aus. Daher rechnen wir ab Ende September mit einem vollständigen Wegfall von Verwahrentgelten. In der Zwischenzeit werden wir die Zinserhöhung an unsere Kundinnen und Kunden weitergeben und das Verwahrentgelt nach der Sitzung des EZB-Rats am 21.07.22 von aktuell - 0,50 auf - 0,25 Prozent verringern.“

Seit Herbst war die Apobank gezielt auf Kundinnen und Kunden zugegangen, die einen größeren Betrag auf ihrem Konto haben. Die Gebühr liegt bei 0,5 Prozent und gilt für Beträge auf Giro- und Tagesgeldkonten. Jede Kundin und jeder Kunde erhält einen Freibetrag in Höhe von 100.000 Euro je Kunde; dieser kann auf Privat- und Geschäftskonto verteilt werden. Die Apobank fürt auch die geschäftlich genutzten Konten von Apotheken oder Arztpraxen als Privatkundenkonten. Sollten die Kunden ihr Konto nicht auf eines mit dem Freibetrag umgestellt haben, hat die Bank einen Kulanz-Freibetrag von 10.000 für Einlagen eingerichtet.

Negativzins erhöht Kosten für Geld

Seit Juni 2014 verlangt die EZB von Banken einen negativen Zins für deren Einlagen. Dieser liegt laut Apobank aktuell bei 0,5 Prozent pro Jahr. Während Großkunden wie die Versorgungswerke bereits seit 2017 von Verwaltungsgebühren betroffen sind, hatte die Apobank im Privatkundengeschäft auf die Weitergabe der Kosten verzichtet.

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