42 Dosen bestellt, 2 Vials erhalten

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Berlin - Die gerechte Verteilung der Impfstoffe kommt manchen Ärzt:innen ganz und gar nicht fair vor. Apotheken müssen vielerorts erklären, warum die bestellte Menge von der tatsächlich zugesagten abweicht. Es kann nur besser werden. Für KW 17 sind laut Bundesgesundheitsministerium (BMG) rund 1,5 Millionen Dosen angekündigt.

Ab kommender Woche erhalten Apotheken erstmals zwei Corona-Impfstoffe vom Großhandel. Insgesamt sollen die Apotheken die zugesagten 462.150 Dosen von Biontech sowie 554.400 Dosen von AstraZeneca an die Ärzt:innen verteilen. Die Gesamtzahl liegt dabei auf dem Niveau der Vorwoche, allerdings wurde da nur Comirnaty ausgeliefert. Dass die Praxen jetzt nicht die bestellten Vials von Biontech bekommen, sorgt oft für Diskussionen.

Auch Apotheker Dr. Benjamin Lieske von der Ickerner Markt-Apotheke in Castrop-Rauxel erhielt eine gekürzte Zusage. Er beliefert einen Arzt mit Impfstoff. Statt der bestellten Höchstmenge wird er vom Großhändler nur jeweils ein Vial erhalten. Lieske kann darüber schmunzeln. „Wir werden die beiden Fläschchen auf einem vergoldeten Samtkissen auf die andere Straßenseite bringen.“ Der logistische Aufwand sei riesig. „Das kriegen wir hin.“

Wie viele andere Ärtz:innen habe sich auch sein Mediziner mehr erhofft. „Er hätte am liebsten 200 Dosen bestellt.“ Die Erklärung, dass die Apotheken bei der Verteilung nicht mitredeten und diese nicht steuerten, habe man in der Praxis verstanden. „Natürlich ist es schlecht, dass es noch nicht genug Impfstoff gibt. Alle wollen schnell weiterkommen. Es wird aber gefühlt jede Woche mehr und geht voran“, sagt Lieske.

Auch bei Apotheker Klaus Wilhelm aus Stockheim in Franken gab es mehrfach Kürzungen. „In jeder Filiale ist die Zuteilung anders verlaufen. Das scheint ein Würfelspiel zu sein.“ Im Schnitt habe er pro Arzt ein Vial des Biontech- und ein Vial des AstraZeneca-Impfstoffes zugewiesen bekommen. Eine Praxis werde ein Vial AstraZeneca und zwei von Biontech erhalten. „Dass manche Praxen vom Volumen her größer sind, wird dabei nicht berücksichtigt.“ Den Inhaber der Sonnen-Apotheke ärgert, dass die Bestellung im richtigen Verhältnis Zeit koste. „Warum sollen wir das alles machen, wenn es am Ende ohnehin gekürzt wird.“

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