Beratung kritischer Patientengruppen

Selbstmedikation bei Niereninsuffizienz Cynthia Möthrath, 23.05.2019 15:20 Uhr

Berlin - Eine bestehende Niereninsuffizienz bringt einige Schwierigkeiten mit sich: Nicht nur bei der Auswahl von verschreibungspflichtigen Medikamenten ist Sorgfalt geboten, auch bei der Beratung zur Selbstmedikation gibt es einiges zu beachten.

Die Nieren sind neben der Leber das wichtigste Ausscheidungsorgan, wenn es um Arzneistoffe geht. Eine Einschränkung der Nierenfunktion kann dazu beitragen, dass verschiedene Arzneistoffe schlechter ausgeschieden werden. Dadurch kann es zu einer Anreicherung der Substanzen im Körper kommen, welche Probleme mit sich bringt. Im schlimmsten Fall kann die Ansammlung ein toxisches Ausmaß annehmen und mit gefährlichen Auswirkungen, wie einem akuten Nierenversagen, einhergehen.

Einige Dosierungen müssen an die bestehende Nierenfunktion angepasst werden. Häufig werden Dauermedikationen von der Einzel- und Tagesdosis herabgesetzt oder die Einnahmeintervalle verlängert. Statt täglich, werden manche Medikamente beispielsweise nur noch alle zwei Tage eingenommen. Die Ermittlung der Nierenfunktion erfolgt durch die Messung des Serumkreatininwertes. Dieser gibt Hinweise über die sogenannte „glomeruläre Filtrationsrate“ (GFR): Je tiefer die GFR, desto höher ist die Notwendigkeit einer Dosisanpassung.

Vielen Patienten ist ihre nachlassende Nierenfunktion gar nicht bewusst. Vor allem ältere Personen leiden häufig unter einer beginnenden Niereninsuffizienz. Die Symptome hängen vom Stadium der Erkrankung ab. In vielen Fällen sind sie zunächst recht unspezifisch: Müdigkeit, Konzentrationsstörungen, Leistungsschwäche und Übelkeit können erste Anzeichen sein. Eine fehlende Anpassung der Dosis oder unzureichende Rücksicht bei der Selbstmedikation können dann zu Komplikationen und einer Verschlechterung der Symptomatik führen.

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