Volkskrankheiten

Jeder Zehnte hat chronische Niereninsuffizienz dpa, 24.04.2017 13:29 Uhr

Mexiko-Stadt - Eine Million Menschen sterben pro Jahr an Nierenversagen. Dialyse und Transplantationen fressen die Gesundheitsbudgets auf. Trotzdem machen Regierungen zu wenig dagegen, klagen Experten.

Forscher schlagen aufgrund der hohen globalen Raten bei Nierenerkrankungen Alarm. Weltweit würden Regierungen zu wenig gegen die „stille Epidemie“ unternehmen, hieß es in einem am Freitag in Mexiko-Stadt veröffentlichten Bericht der Internationalen Gesellschaft für Nierenheilkunde (ISN). Dabei leiden den Angaben zufolge 10 Prozent der Weltbevölkerung an einer chronischen Niereninsuffizienz. Neun von zehn Betroffenen wüssten aber gar nichts davon.

In Deutschland leiden dem Bericht zufolge schätzungsweise 17,4 Prozent der Erwachsenen an einer chronischen Niereninsuffizienz. Die Angabe geht allerdings auf eine Studie aus dem Jahr 2009 zurück. In den USA sind es 14 Prozent. Risikofaktoren sind Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht und Rauchen. Bei der chronischen Niereninsuffizienz verlieren die Nieren ihre Fähigkeit, Giftstoffe aus dem Körper zu filtern sowie den Flüssigkeitshaushalt und den Säuregehalt des Blutes zu regulieren.

Wird die Krankheit nicht behandelt, kann es zu einem tödlichen Nierenversagen kommen. Pro Jahr sterben weltweit schätzungsweise eine Million Menschen an Nierenversagen. „Im Anfangsstadium können Patienten mit blutdrucksenkenden Medikamenten und einer Diät behandelt werden“, sagte ISN-Präsidentin Dr. Adeera Levin. „Deshalb ist es wichtig, dass alle Länder mehr für Früherkennung und Behandlung tun.“
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