Rezepturgrundlagen – was ist erstattungsfähig?

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Berlin - Neben den klassischen Rezepturgrundlagen wie Basiscreme oder Wollwachsalkoholsalbe finden sich häufig Arzneimittel, Medizinprodukte oder Kosmetika auf Rezepten. Nur wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind, können diese halbfesten Zubereitungen zu Lasten der Krankenkasse abgerechnet werden. Um eine Retaxierung zu vermeiden, sollte die Apotheke bereits bei der Plausibilitätsprüfung festhalten, ob die Grundlage verwendet werden darf oder ob ein Austausch stattfinden muss.

Salben, Cremes, Gele – Dermatika gehören zu den am häufigsten in der Rezeptur angefertigten Arzneimitteln. Hierfür kommen nicht immer nur die typischen Rezepturgrundlagen zum Einsatz. Auch Fertigarzneimittel, Medizinprodukte oder Kosmetika finden sich auf den Verordnungen. Im Rahmen der Plausibilitätsprüfung müssen PTA und Apotheker:in festlegen, ob das verordnete Produkt verwendet werden darf. Nicht selten kommt es hierbei zu Inkompatibilitäten mit den einzuarbeitenden Wirkstoffen. Darüber hinaus sind einige rechtliche Punkte zu beachten – ohne Arzneimittelqualität darf keine Verarbeitung stattfinden.

Ohne Prüfzertifikat keine Herstellung

Laut §8 Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) muss die Apotheke neben der Identität auch die Reinheit der Ausgangsstoffe überprüfen. Um eine Prüfung auf Reinheit zu umgehen, greifen Apotheken zumeist auf Substanzen mit einer Komplettprüfung zurück. Die Hersteller legen ein sogenanntes Prüfzertifikat bei. Dieses muss den aktuellen Monographien entsprechen und für jede einzelne Charge von einer sachkundigen Person des Herstellers unterschrieben worden sein. Da bei solchen Ausgangsstoffen die Reinheitsprüfung bereits vorgenommen wurde, kann die PTA die Substanz direkt nach bestandener Identitätsprüfung verwenden. So heißt es in § 11 ApBetrO:

„Zur Herstellung von Arzneimitteln dürfen nur Ausgangsstoffe verwendet werden, deren ordnungsgemäße Qualität festgestellt ist. […] Werden Ausgangsstoffe bezogen, deren Qualität durch ein Prüfzertifikat nach § 6 Abs. 3 nachgewiesen ist, ist in der Apotheke mindestens die Identität festzustellen. Das Prüfzertifikat soll auch Auskunft über die GMP-konforme Herstellung des Ausgangsstoffs geben, soweit es sich um einen Wirkstoff handelt.“

Oftmals werden Fertigarzneimittel als Rezepturgrundlage verordnet. Ein häufig aufgeschriebenes Präparat ist die Linola Creme. Aufgrund ihrer leichten Textur und den enthaltenen ungesättigten Fettsäuren wählen viele Dermatologen diese Creme für Rezepturen mit antibiotischen Wirkstoffen wie Erythromycin aus. Bei Arzneimitteln kann auf die Identitätsprüfung verzichtet werden. Zwar muss die Apotheke laut ApBetrO stichprobenweise organoleptische Prüfungen an Fertigarzneimitteln durchführen, doch das gilt für das gesamte Lager, nicht nur für Fertigarzneimittel in der Rezeptur. Generell sollten „Markengrundlagen“ nur dann zum Einsatz kommen, wenn seitens des Herstellers gesicherte Daten zur physikalischen, chemischen und mikrobiologischen Qualität und Stabilität des Rezepturarzneimittels vorliegen.

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