Retax-Falle: § 302

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Berlin - Die Hilfsmittelabrechnung ist sehr komplex. Apotheken müssen diverse Vorgaben beachten und Verträgen nachkommen. Lanzetten & Co. können nach unterschiedlichen Paragraphen abgerechnet werden. Aber wonach wird dies entschieden und welche Fallen lauern noch?

§300 oder §302 Sozialgesetzbuch (SGB V): Die Kasse entscheidet, nach welchem Paragraphen Hilfsmittel abgerechnet werden. Liegt ein Gruppenvertrag vor, wird nach §300 per Pharmazentralnummer abgerechnet. Ist dies nicht der Fall, ist eine Kostenstellung nach §302 unter Angabe der zehnstelligen Hilfsmittelpositionsnummer (HiMi-Nummer) verpflichtend. Kommt die Apotheke dem nicht nach und liefert nicht entsprechend Vertrag, kassiert sie eine Vollabsetzung. So geschehen bei der AOK bei der Abrechnung von Pen-Nadeln.

Der Kostenträger verlangt für die Abrechnung eine separate Rechnungsstellung über ein spezielles Abrechnungsverfahren. Den Krankenkassen muss die Abrechnung entweder per elektronischer Datenübertragung oder mittels Datenträgern maschinell verwertbar möglich sein. Alle für die Abrechnung erforderlichen Papierunterlagen wie die Genehmigung auf Kostenübernahme oder Maßblätter müssen elektronisch übermittelt werden.

Die Rechenzentren betreiben einen hohen Aufwand, um den Vorgaben der Kassen zu entsprechen. Eine Automatisierung ist schier unmöglich, da die unterschiedliche Formulare unterschiedliche Formate haben und ein manuelles Einscannen von Genehmigung, Maßblatt und Rezept erforderlich macht. Im Anschluss müssen alle Dokumente wieder per Hand zusammengefügt werden.

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