Interaktionen und Nebenwirkungen: Antibiotika Teil 1

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Berlin - Bei bakteriell bedingten Infektionen verschaffen Antibiotika schnelle Linderung. Je nach Erkrankung können unterschiedliche Wirkstoffarten eingesetzt werden. Jeder Arzneistoff hat seine ganz eigenen Neben- und Wechselwirkungen, einen Auszug davon behandelt dieser erste Teil.

Wirkungsweise und Dosierung

Antibiotika können auf zwei verschiedenen Wegen wirken: Bakteriostatisch wirksame Arzneistoffe hemmen das Wachstum und die Vermehrung von Bakterien, ohne diese abzutöten. Bakterizide Antibiotika hemmen das Wachstum und töten darüber hinaus die Erreger ab. Innerhalb dieser Gruppe unterscheidet man zwischen zwei weiteren Untergruppen: Primäre oder auch absolute Bakterizide richten sich gegen ruhende und proliferierende Bakterien. Sekundäre Bakterizide richten sich hingegen nur gegen proliferierende Bakterien. Die Anzahl an Bakterien, auf die ein einzelnes Antibiotikum wirkt, ist unterschiedlich groß. Bei einem großen Wirkspektrum spricht man von Breitbandantibiotika.

Der genauere Wirkmechanismus unterscheidet sich nach dem Wirkort. Bestimmte Arzneistoffe können die Zellwandsynthese hemmen, andere hemmen die bakterielle Proteinbiosynthese am Ribosom. Neuere Arzneistoffe zeigen eine Wirkung auf die bakteriellen Nukeleinsäuren und können die DNA-Replikation hemmen oder durch Strangbrüche zu DNA-Schäden führen.

Die vergleichsweise gute Verträglichkeit von Antibiotika erklärt sich unter anderem durch folgende Fakten: Bakterien sind die einzigen bekannten Organismen, deren Zellwand aus Murein besteht. Dieser Zucker kommt ausschließlich in Bakterien vor. Weiterhin ist es so, dass Bakterien andere Ribosomen zur Proteinbiosynthese besitzen als der Mensch. Die Enzyme, die zur DNA-Replikation genutzt werden, unterscheiden sich ebenfalls. Humanzellen bilden im Gegensatz zu Bakterien keine Folsäure – Menschen nehmen das Vitamin mit der Nahrung auf.

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