Retax-Falle

Gebrauchsanweisung bei Parenteralia Pflicht? APOTHEKE ADHOC, 17.08.2018 11:40 Uhr

Berlin - Fehlt bei Arzneimitteln, die in der Apotheke hergestellt werden, die Gebrauchsanweisung auf dem Rezept, kann auf „0“ retaxiert werden. Diese Möglichkeit zur Rechnungskürzung haben einige Kassen nicht nur bei Rezepturen genutzt, die für den Gebrauch durch den Patienten bestimmt sind, sondern vereinzelt auch bei Parenteralia. „Zu Unrecht“, findet der Verband der Zytostatika herstellenden Apotheker (VZA) und bezieht Stellung.

Mitte Juli informierte der VZA in einem Rundschreiben über Vollabsetzungen verschiedener Kassen parenteraler Zubereitungen, die der Arzt verschreibt, erhält und anwendet. Die Begründung folgt mit einem Verweis auf § 2 Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV). Darin heißt es: „Die Verschreibung muss enthalten: […] 7. Gebrauchsanweisung bei Arzneimitteln, die in der Apotheke hergestellt werden sollen.“ Fehlt der Zusatz, darf die Apotheke heilen und den Hinweis nach Rücksprache mit dem Arzt ergänzen und entsprechend abzeichnen.

„Solche Retaxationen erfolgen unserer Auffassung nach zu Unrecht“, schreibt der VZA und hält einen Einspruch für „aussichtsreich“. § 2 AMVV solle im Hinblick auf Sinn und Zweck der Vorschrift dahingehend ausgelegt werden, dass eine Gebrauchsanweisung nicht erforderlich sei, wenn die in der Apotheken hergestellten Arzneimittel in der Arztpraxis appliziert werden, appelliert der VZA.

Die Gebrauchsanweisung habe den Zweck, dass der Anwender die entsprechende Information erhalte, wie das Arzneimittel zu applizieren sei. Dies müsse der Apotheker an den Patienten weiterleiten. Nach § 14 ApBetrO muss neben den Angaben zu den Wirkstoffen nach Art und Menge und der sonstigen Bestandteile auch die Gebrauchsanweisung ihren Platz auf dem Etikett finden.

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