Betäubungsmittelgesetz

BtM-Rezept für Codein-Hustenstiller APOTHEKE ADHOC, 16.10.2018 14:49 Uhr

Berlin - Ausnahme von der Ausnahme: Codein und Dihydrocodein zählen zu den am häufigsten verordneten Hustenstillern. Obwohl die Substanzen zur Gruppe der Opioide gehören, unterliegen sie nicht den Vorschriften des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG). Allerdings gibt es Ausnahmen, die eine Verordnung gemäß BtMG erfordern.

Anlage III BtMG listet die verkehrsfähigen und verschreibungsfähigen Betäubungsmittel. Zu finden sind sowohl Codein als auch Dihydrocodein. Für die Opioidantitussiva gilt eine Ausnahme von der Verordnung auf einem BtM-Rezept für Zubereitungen, die keinen weiteren Wirkstoff der Anlagen I bis III und nur bis zu 2,5 Prozent beziehungsweise maximal 100 mg Codein beziehungsweise Dihydrocodein je abgeteilter Arzneiform, berechnet als Base, enthalten.

Werden die Hustenstiller jedoch für betäubungsmittel- oder alkoholabhängige Patienten verordnet, gilt eine Ausnahme von der Ausnahme – die Arzneimittel müssen auf einem BtM-Rezept verordnet werden. Eine Prüfpflicht besteht für den Apotheker jedoch nicht. Ist aber bekannt, dass es sich um einen Substitutionspatienten der Apotheke handelt, sollte Rücksprache mit dem Arzt gehalten und ein neues Rezept angefordert werden. Die Apotheke muss Teil 1 des dreiteiliges Rezeptes für die geforderte Dokumentation drei Jahre aufbewahren. Der Abgang des Hustenstillers muss jedoch nicht in der BtM-Kartei dokumentiert werden.

Laut §12 BtMVV Absatz 1 Nummer 1 Buchstabe c dürfen Betäubungsmittel nicht auf eine Verschreibung abgegeben werden, „die bei Vorlage vor mehr als sieben Tagen ausgefertigt wurde, ausgenommen bei Einfuhr eines Arzneimittels nach §73 Absatz 3 Arzneimittelgesetz“. Somit muss die Verordnung innerhalb acht Tagen inklusive Ausstellungsdatum in der Apotheke vorgelegt werden.

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