Substitutionsausschluss

„☺“ Aut-idem muss kein Kreuz sein APOTHEKE ADHOC, 20.07.2018 11:48 Uhr

Berlin - Dürfen Ärzte kreativ sein, wenn es um die Kennzeichnung des Austauschverbotes geht? Das „Aut-idem-Kreuz“ in aller Munde, aber tatsächlich ist gar nicht festgelegt, welches Symbol genutzt werden muss.

Zwar ist im Rahmenvertrag stets von einem „Aut-idem-Kreuz“ oder „angekreuztem Aut-idem-Ausschluss“ die Rede, doch laut Kommentar zu § 3 Rahmenvertrag von einer „anderen Kennzeichnungsweise“ gesprochen. Gemeint sind die unterschiedlichen Markierungsmöglichkeiten, die dem Arzt bei den „freien Feldern“ eingeräumt werden.

Im Kommentar ist festgehalten: „Es steht dem Arzt frei, wie er die zu markierenden Felder (zum Beispiel das Aut-idem-Feld) kennzeichnet; zum Beispiel durch Ankreuzen, Durchstreichen, einen Punkt oder Kringel setzen. Entscheidend ist, dass eine Markierung des Feldes erfolgt.“ Die Markierung darf auch handschriftlich erfolgen. Den Vergütungsanspruch verliert die Apotheke laut Rahmenvertrag nicht, wenn: „die Apotheke bei handschriftlicher Eintragung des Aut-idem-Kreuzes durch den Arzt das von diesem verordnete Arzneimittel abgibt“.

Aut-idem bedeutet „oder gleiches“. Früher bedeutete das Ankreuzen des Feldes, dass der Apotheker ein anderes – substituierbares – Medikament abgeben durfte. Im Jahr 2002 wurde die Bedeutung des Feldes umgekehrt. Seitdem untersagt der Arzt mit einem markierten Feld den Austausch auf ein wirkstoffgleiches Arzneimittel. Apotheker sind nach § 129 Sozialgesetzbuch (SGB V) zum Austausch auf ein rabattiertes Arzneimittel verpflichtet.

Anders verhält es sich beim Austausch von Import und Original, denn beide Arzneimittel werden sozialrechtlich als ein und dasselbe angesehen. Somit sind das Original und die bezugnehmenden Reimporte gegeneinander austauschbar, Vorrang hat stets der Rabattvertrag der Kasse. Den Austausch verhindern kann der Arzt mit einem entsprechenden gesonderten Vermerk oder das Nutzen des Sonderkennzeichens „pharmazeutische Bedenken“.

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