Untersuchungsmethoden

Keine Angst vor der Darmspiegelung Benedikt Richter, 02.08.2019 13:18 Uhr

Berlin - Obwohl die Darmspiegelung als die wichtigste Untersuchung zur Früherkennung von Darmkrebs gilt, nehmen viele Patienten sie nicht wahr. Zu groß sind Angst oder Schamgefühl. Mit ein wenig Aufklärung lassen sich jedoch viele Sorgen minimieren.

Die Darmspiegelung ist eine Untersuchung des Dickdarms (Koloskopie) oder des Dick- und Dünndarms (Koloileoskopie). Sie ermöglicht die Diagnose verschiedener Erkrankungen im Gastrointestinaltrakt. Der Arzt erkennt dadurch beispielsweise entzündete Darmabschnitte, wie sie bei Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa auftreten oder Divertikel und Polypen, die auf eine Vorstufe von Darmkrebs schließen lassen können.

Die Untersuchung erfolgt meist ambulant und benötigt einiges an Vorbereitung. Der Darm des Patienten muss gründlich gereinigt werden. Daher darf der Patient 24 Stunden vor der Spiegelung nichts essen und muss ein Abführmittel zuführen. Dieses besteht oft aus einem Macrogol und einer salinen Laxans. Schon zwei bis drei Tage vorher sollte der Patient auf Nahrungsmittel mit kleinen Kernen oder Körnern verzichten, wie Tomaten, Trauben oder Mohn. Die Kerne können im Darm hängen bleiben und die Koloskopiegeräte verstopfen. Je nach Wunsch und emotionaler Beschaffenheit des Patienten wird für die Zeit der Untersuchung ein kurzwirksames Sedativum und ein Schmerzmittel gegeben. Auch eine Vollnarkose ist möglich, sollte aber dringend vorher kommuniziert werden, um entsprechende Aufklärung leisten zu können.

Der „Spiegel“, also das Endoskop, ist ein etwa fingerdicker Schlauch, der über den After eingeführt wird. Er hat einen Kanal für die Reinigung der Kamera und einen für Instrumente. Im ersten Schritt leitet der Arzt über das Endoskop Luft in den Darm. Das verbessert die Sicht. Der Großteil dieser Luft wird später wieder abgeatmet. Jedoch klagen viele Patienten im Anschluss über Blähungen und blähungsbedingte Beschwerden. Sind diese zu stark, kann hierfür auf freiverkäufliche Arzneimittel oder Medizinprodukte gegen Flatulenz und Meteorismus zurückgegriffen werden.

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