Wundversorgung

Trocken oder feucht – auf die Art der Wunde kommt es an Alexandra Negt, 13.01.2020 11:44 Uhr

Berlin - Die feuchte Wundversorgung wird bei chronischen Wunden bevorzugt. Alginate und Schaumauflagen können tiefe Wunden, zum Beispiel im Rahmen eines Dekubitus, heilen. Doch auch bei kleineren Wunden, wie Operationsnarben, setzen Ärzte häufiger auf Hydrogel oder Hydrokolloid Pflaster. Die Anwendung mindert die Narbenbildung, da ein optimales Wundheilungs-Milieu entsteht. Auch bei Blasenpflastern bedient man sich dem Prinzip der feuchten Wundversorgung – die Blasenpflaster halten mehrere Tage sind wasserfest und verrutschen nicht. Bei kleinen alltäglichen Schnitt- und Schürfwunden ist das einfache Pflaster ausreichend.

Akute Wunden

Traumatisch

  • Schürfwunde: oberflächliche Wunde durch Reibungskräfte verletzt wird; ist nur die Oberhaut betroffen spricht man von einer Erosion, geht die Verletzung bis in die Lederhaut handelt es sich um eine Exkoriation.
  • Schnittwunde: Je nach Tiefe kann es zu starken Blutungen kommen, tieferliegende Gewebe (Sehnen oder Knochen) können verletzt sein
  • Stichwunde: Besonders anfällig für Infektionen, da der Stichkanal kaum Ausbluten kann
  • Platzwunde: Verletzung, bei der ein stumpfer Gegenstand auf die Haut aufprallt (meist an Stellen, wo Haut und Unterhaut direkt am Knochen aufliegen) – ein Widerlager entsteht, die Folge: Entlastungsrisse
  • Bisswunde: Hohe Infektionsgefahr, Bisswunden sollten ärztlich versorgt werden
  • Risswunde: Durch Gewalteinwirkung mit stumpfen Gegenständen reißt die Haut und das darunter liegende Weichteilgewebe auf – körnige Wundflächen und zerfetzte Wundränder
  • Quetschwunde: Folge einer stumpfen Gewalteinwirkung mit ausgedehnter Quetschung des umliegenden Gewebes

Thermisch

  • Verbrennungen (einschließlich Stromverletzung): Zellen verbrennen unter Hitzeeinwirkung, die Folge: Entzündung, Ödembildung und Flüssigkeitsverlust
  • Verbrühungen: Schädigung der oberen Hautschichten durch heiße Flüssigkeit (Wasser, Öl), Schwere der Verbrühung hängt vom Siedepunkt der Flüssigkeit ab
  • Erfrierungen: Ausprägung reicht von Rötung über Blasenbildung bis hin zu Nekrose

Chemisch/Strahlenbedingt

  • Säuren: Koagulationsnekrose (Absterben von proteinreichen Geweben) – Gerinnung der Zelleiweiße
  • Laugen: Kolliquationsnekrosen (nach initialer Zellschwellung kommt es zur Verflüssigung des Gewebes), oft tiefer als Säure-Verärtzungen
  • Besonderheit Flusssäure: Durch die hohe Lipophilie wird die Säure direkt von der Haut resorbiert, die Folge: Verätzungen der tieferen Gewebe und Knochen, mitunter ohne äußerliche Anzeichen
  • ionisierende Strahlen: Röntgenstrahlen, Alpha- Beta- oder Gammastrahlen

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