Grünhorn, einer der führenden deutschen Anbieter im Bereich medizinisches Cannabis, hat einen neuen strategischen Mehrheitsgsellschafter. Der börsennotierte kanadische Anbieter Red White & Bloom Brands (RWB) steigt über eine verschachtelte Konstruktion beim Platzhirsch aus Leipzig ein.
Die Beteiligung erfolgt mittelbar über Heal Europe (HEH); hier war RWB erst im Juli mit 62,63 Prozent eingestiegen. Da HEH wiederum 80 Prozent an Grünhorn übernommen hat, gehören 50,1 Prozent zur kanadischen Gruppe. Der Rest bleibt im Besitz der gleichnamigen Holding in der Schweiz. Gegründet wurde Grünhorn von der Familie um Firmenchef Steffen Fritsch, der vorher wiederum Apodiscounter gehörte.
Grünhorn hat in den vergangenen zwölf Monaten bis Juli 2026 rund 290.000 Rezepte für medizinisches Cannabis beliefert. Die Unternehmensgruppe verbindet Versandapotheke, pharmazeutischen Großhandel, Fulfillment und Logistik sowie digitale Patientenzugänge in einem integrierten Modell.
„Grünhorn ist in wenigen Jahren zu einem der führenden Anbieter im deutschen Markt für medizinisches Cannabis geworden – mit eigener Infrastruktur, starken Marken und einem Team, das diese Entwicklung getragen hat“, sagt Stefan Fritsch, Gründer und CEO. „Mit RWB und HEH gewinnen wir zwei Partner, die genau diese Basis weiter stärken. Unser Fokus bleibt unverändert die zuverlässige Versorgung unserer Patientinnen und Patienten.“
Lieferfähigkeit, Ansprechpartner und Abläufe für Apotheken, Großhandelskunden sowie verordnende Ärztinnen und Ärzte bleiben unverändert. In den kommenden Wochen sollen die gemeinsamen Schwerpunkte der Zusammenarbeit weiter konkretisiert werden.

Der Einstieg soll der Gruppe zusätzlichen Spielraum schaffen: Zugang zu einem größeren Beschaffungs- und Partnernetzwerk, neue Perspektiven für die Weiterentwicklung des Produktportfolios sowie eine solide Grundlage für weiteres Wachstum im deutschen Markt. Grünhorn bringt dabei seine etablierte Marktposition in eine Unternehmensgruppe ein, die neben dem deutschen Geschäft auch Aktivitäten im Vereinigten Königreich umfasst.
RWB übernahm parallel 29,82 Prozent an den britischen Firmen Zerenia and Leva, bei denen HEH ebenfalls mit 50,25 Prozent beteiligt ist. Somit sind den Kanadiern jeweils 61,3 Prozent zuzurechnen.
Insgesamt setzten die zu der neuen europäischen Plattform gehörenden Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten mehr als zwölf Tonnen medizinisches Cannabis abgegeben oder vertrieben.
Im Zusammenhang mit dem Deal nahm RWB einen Kredit über 25 Millionen kanadische Dollar auf, die Laufzeit liegt bei drei Jahren, die Zinsen bei 12 Prozent.