Aktuelle Studie

Abnehmen hilft gegen Schuppenflechte

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Berlin -

Laut einer systematischen Übersichtsarbeit und Metaanalyse können Maßnahmen zur Gewichtsabnahme den Schweregrad von Psoriasis und die Lebensqualität verbessern. Patient:innen, die ihr Gewicht reduzierten, hatten eine deutlich reinere Haut als die Vergleichsgruppe. Der Messwert für die Schwere der Erkrankung (PASI) sank im Schnitt um 2,5 Punkte stärker. 

Laut Forschender betrifft Psoriasis weltweit mindestens 60 Millionen Menschen. 80 Prozent von ihnen leben auch mit Übergewicht oder Adipositas. Das erhöht laut der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Anfälligkeit für Psoriasis und ist mit einem schwereren Krankheitsverlauf verbunden.

In ihrer aktuellen Studie haben sie deshalb die Auswirkungen von Gewichtsverlustinterventionen auf die Schwere der Psoriasis (Psoriasis Area and Severity Index, kurz PASI) und die Lebensqualität (Dermatology Life Quality Index, DLQI) untersucht. Dafür zogen die Forschenden fünf systematische Datenbanken und zwei Studienregister heran.

Weniger Gewicht, weniger Psoriasis

Insgesamt wurden 13 Studien mit insgesamt 1145 Teilnehmenden aus neun Ländern ausgewertet. Das Durchschnittsalter betrug 49,7 Jahre. Über 70 Prozent der Proband:innen waren Frauen mit einem mittleren BMI von 30,8.

Die eingeschlossenen randomisiert-kontrollierten Studien untersuchten Gewichtsreduktionsinterventionen – pharmakologisch oder chirurgisch – auf die Schwere der Psoriasis. Vergleichsgruppen erhielt Standardversorgung oder eine weniger intensive Gewichtsintervention. Die mittlere Nachbeobachtungszeit betrug 15,5 Wochen.

Die zentralen Ergebnisse:

  • Unter Berücksichtigung aller Studien verloren die Teilnehmenden der Interventionsgruppen etwa 6,7 kg mehr als die jeweiligen Kontrollgruppen. Dies ging mit einer deutlich stärkeren Reduktion der Psoriasis-Schwere einher.
  • Über alle Studien hinweg sank der PASI-Wert von Gruppen mit Gewichtsverlust um 2,5 Punkte stärker als bei Kontrollgruppen ohne gezielte Gewichtsreduktion. Der PASI-Wert ist wie ein „Punktekonto“ für die Stärke der Schuppenflechte. Dabei wird bewertet, wie viel Fläche am Körper befallen ist und wie stark die Stellen betroffen sind. Er wird genutzt, um genau zu messen, wie schwer die Erkrankung ist und ob eine Therapie wirkt.
  • Die Chance, eine 75-prozentige Verbesserung der Haut zu erreichen (PASI 75), war in sechs Vergleichen bei den Abnehmenden 1,6-mal höher als in der Kontrollgruppe.
  • In sieben Vergleichen wurde die Lebensqualität gemessen. Hier verloren die Teilnehmenden im Schnitt 7,8 kg. Daraus schließen die Forschenden: Wer dieses Gewicht verliert, verbessert seine Lebensqualität um 5 DLQI-Punkte. Dies entspricht exakt dem Zielwert, den Mediziner:innen als erfolgreiche Therapie definieren.

Psoriasis: Gewichtsreduktion als Routinebehandlung

Allerdings stießen die Forschungen auch an Limitationen: Bei einer 50-prozentigen oder einer kompletten Heilung der Hautstellen war der Effekt statistisch nicht eindeutig belegbar. Das lag laut der Wissenschaftler:innen daran, dass zu wenige Studien diese speziellen Werte untersucht haben.

Außerdem war der Wert „I²“ – der Uneinheitlichkeit angibt – oft hoch. Er zeigt, dass die Ergebnisse zwischen den einzelnen Studien stark schwankten. Das liegt daran, dass Menschen unterschiedlich schnell abnehmen und die Schuppenflechte individuell verschieden auf Gewichtsveränderungen reagiert.

Aus ihren Ergebnissen schließen die Forschenden: „Die Evidenz deutet mit hoher Sicherheit darauf hin, dass Interventionen zur Gewichtsabnahme den Schweregrad der Psoriasis sowie die Lebensqualität verbessern können und als Teil der Routinebehandlung in Betracht gezogen werden sollten.“

Die Studie mit dem Titel „Impact of weight-loss interventions on psoriasis severity: A systematic review and meta-analysis“ wurde von Forschenden der University of Oxford durchgeführt und am 19. Dezember 2025 online im Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology (JEADV) veröffentlicht.

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