Endlich im Bett und trotzdem keine Ruhe. Oder nach wenigen Stunden wieder wach, verschwitzt und mit kreisenden Gedanken: So können Nächte in den Wechseljahren aussehen. Wer dann in der Apotheke nach einer Schlafhilfe fragt, braucht zunächst ein Gespräch. Denn die passende Unterstützung hängt davon ab, was den Schlaf tatsächlich stört.
Die hormonellen Veränderungen in den Wechseljahren können den Schlaf beeinträchtigen. Besonders Hitzewallungen und nächtliche Schweißausbrüche sorgen dafür, dass Frauen aufwachen und anschließend nur schwer wieder einschlafen. Die Folgen zeigen sich auch am nächsten Tag: Müdigkeit, Reizbarkeit und Konzentrationsprobleme können den Alltag erheblich erschweren.
Dabei können die Beschwerden schon in der Perimenopause beginnen, der Übergangsphase rund um die letzte Monatsblutung. Auch Frauen, die noch ihre Regelblutung haben, können also betroffen sein. Trotzdem sollte schlechter Schlaf nicht vorschnell auf die Wechseljahre zurückgeführt werden. Belastungen und andere Erkrankungen kommen ebenfalls als Ursachen infrage.
Für die Beratung lohnt es sich, genauer nachzufragen: Fällt das Einschlafen schwer? Wird die Kundin nachts mehrfach wach oder endet die Nacht regelmäßig viel zu früh? Seit wann ist das so? Und wie geht es ihr tagsüber? Wichtig ist auch, welche Möglichkeiten und Präparate sie bereits ausprobiert hat.
Schmerzen, nächtlicher Harndrang oder Sorgen können den Schlaf ebenfalls unterbrechen. Berichtet die Kundin von Schnarchen, beobachteten Atemaussetzern oder starker Tagesschläfrigkeit, sollte auch an eine schlafbezogene Atmungsstörung gedacht werden. Gerade bei Frauen können solche Beschwerden hinter vermeintlich typischen Wechseljahressymptomen übersehen werden.
Ein Blick auf die Medikation gehört deshalb dazu. Manche Arzneimittel können den Schlaf beeinflussen; manchmal spielt auch der Einnahmezeitpunkt eine Rolle. Neben verordneten Medikamenten sollten selbst gekaufte Präparate erfragt werden. Gibt es einen möglichen Zusammenhang, sollte dieser geprüft und gegebenenfalls mit der behandelnden Praxis besprochen werden.
Halten die Schlafprobleme an, beeinträchtigen sie den Alltag deutlich oder gibt es Hinweise auf eine weitere Erkrankung, ist eine ärztliche Abklärung wichtig. Immer wieder eine andere Schlafhilfe auszuprobieren, bringt dann wenig. Das Apothekenteam kann dabei unterstützen, die Beschwerden zu beschreiben und den Arztbesuch vorzubereiten.
Für den Anfang lassen sich gemeinsam wenige Veränderungen auswählen: ein eher kühles Schlafzimmer, leichte Bettwäsche bei nächtlichem Schwitzen und eine ruhige Abendroutine. Auch der Kaffee- und Alkoholkonsum sollte angesprochen werden. Die Frage für die Beratung lautet: Was lässt sich im Alltag dieser Kundin tatsächlich umsetzen?
Bei einer anhaltenden Insomnie reichen allgemeine Tipps zur Schlafhygiene allein häufig nicht aus. Die S3-Leitlinie „Insomnie bei Erwachsenen“ empfiehlt die kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie (KVT-I) als erste Behandlungsoption. Dabei geht es unter anderem um Gewohnheiten und Gedanken, die die Schlafprobleme aufrechterhalten. Auch diese Behandlungsmöglichkeit sollte das Apothekenteam kennen.
Sind vor allem Hitzewallungen und Nachtschweiß belastend, ist eine gynäkologische Beratung sinnvoll. Eine menopausale Hormontherapie kann diese Beschwerden lindern und dadurch auch den Schlaf verbessern. Ob sie geeignet ist, muss individuell unter Berücksichtigung von Nutzen und Risiken entschieden werden. Schlafprobleme in den Wechseljahren verdienen Aufmerksamkeit. Betroffene müssen sie nicht einfach hinnehmen.
Die Wechseljahre – eines der Themen der aktuellen Apotheken Umschau.
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