Energiekosten

Die größten Stromfresser in Apotheken

, Uhr
Berlin -

Der Stromverbrauch macht einen deutlichen Anteil an den Energiekosten in Apotheken aus. Im Durchschnitt verursacht er 42 Prozent dieser Kosten. Inhaber können Sicht- und Freiwahlbereich sowie Backoffice optimieren, wenn sie an einigen Stellschrauben drehen.

Der durchschnittliche Stromverbrauch einer Apotheke liegt zwischen 120 und 150 Kilowattstunden pro Quadratmeter (kWh/m²) Betriebsfläche pro Jahr. Das hat der Hannoveraner Klimaschutzfonds proKlima ermittelt. Apotheken, bei denen die Kennzahl über 160 kWh/m² liege, haben demnach ein großes Einsparpotenzial.

Der meiste Strom wird mit einem Anteil von 59 Prozent in Apotheken über die Beleuchtung verbraucht. Mit moderner Lichttechnik ließen sich rund 80 Prozent einsparen. Gerade bei Akzentbeleuchtung sowie Licht für Schaufenster und Außenwerbung lasse sich Geld sparen. Glühlampen sollten durch Energiesparlampen ausgetauscht werden.

Strahler mit Spiegel oder CDM-T 35-Watt-Lampen sparten im Vergleich mit 70-Watt-Halogenstrahlern bei der Schaufensterbeleuchtung bis zu 50 Prozent der Energiekosten jährlich. Zudem sollten Inhaber auf Lampen der neuesten Generation achten: Sogenannte T5-Lampen mit elektronischen Vorschaltgerät (EVG) verringerten die Kosten im Vergleich zu T8-Lampen mit konventionellem Vorschaltgerät (KVG) um bis zu 30 Prozent.

Vor der Apotheke müssen die Schilder nicht immer leuchten. Der Klimaschutzfonds empfiehlt Dämmerungsschalter für die Beleuchtung von Außenreklame. Dadurch könnten bis zu 50 Prozent gespart werden. Auch die Aufenthaltsräume für Personal wie Teeküche müssen nicht immer hell sein: Sie sollten bedarfsgerecht – etwa mit einem Bewegungsschalter – beleuchtet werden.

Nach der Beleuchtung kosten Inhaber vor allem Klimageräte Geld; sie machen 18 Prozent des Stromverbrauchs aus. Apotheken sollten darauf achten, dass gerade im Sommer die Türen und Fenster geschlossen sind, um die Raumtemperatur stabil zu halten. Laut Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) muss eine Lagerhaltung unterhalb einer Temperatur von 25 Grad Celsius möglich sein.

Auch eine verringerte Lichtleistung in der Offizin kann den Stromverbrauch der Klimaanlage reduzieren. Generell liegt die Wohlfühltemperatur für Kunden laut proKlima zwischen 20 und 22 Grad. Die Luftfeuchtigkeit sollte zwischen 50 und 65 Prozent liegen. Der Klimaschutzfonds empfiehlt, die Raumtemperatur außerhalb der Öffnungszeiten zu reduzieren und dadurch Energie zu sparen. Der Mittelstandsverbund empfiehlt Klima- und Lüftungsanlagen, die sich an den Bedarf anpassen.

Apotheken haben mehrere Kassen- und Computer in der Offizin und im Büro stehen. Mit einem Anteil von 11 Prozent sind diese Geräte ein Kostenfaktor und liegen auf Platz 3 beim Stromverbrauch. Die Geräte sollten während kurzer Pausen in den „Schlafmodus“ versetzt werden, um sogenannte Leerlaufverluste zu vermeiden. Dadurch arbeite die Technik bis zu 15 Prozent energieeffizienter.

Zudem sollten keine Bildschirmschoner angeschaltet sein, da diese unnötig Strom verbrauchten. Stattdessen sollte der Monitor bei kurzen Unterbrechungen in den Ruhemodus wechseln. Auch mit Steckerleisten mit Netzschalter können Apotheker den Stromverbrauch verringern, da die Geräte nach Arbeitsende komplett vom Stromnetz getrennt werden könnten. Röhrenmonitore sollten ausgetauscht werden, rät proKlima.

Kühlpflichtige Arzneimittel erfordern den Dauerbetrieb von Kühlschränken. Bei Kühlgeräten sollten Apotheken darauf achten, dass sie nicht neben einer Heizung oder anderen Wärmequelle stehen. Zudem sollten die Türen bei der Entnahme möglichst kurz geöffnet werden.

+++ APOTHEKE ADHOC Umfrage +++
Energiekostencheck in der Apotheke. Was meinen Sie? Jetzt abstimmen!

Newsletter
Das Wichtigste des Tages direkt in Ihr Postfach. Kostenlos!

Hinweis zum Newsletter & Datenschutz

Lesen Sie auch
Neuere Artikel zum Thema
Mehr zum Thema
Abschied vom Apotheken Magazin
Avoxa: Umschau für die Hälfte
Zeiterfassung, Schließ- und Alarmanlage
Statt Schlüssel: „Meine Mitarbeiter sind gechipt“
Vorteile auf allen Seiten
Abholautomat: „Retter in der Not“

APOTHEKE ADHOC Debatte