Bruch- oder Schmuckkerbe?

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Berlin - In Deutschland werden Tabletten häufig geteilt. Viele Pillen besitzen eine Bruchkerbe, mit denen man sie in zwei oder sogar in vier Teile aufspalten kann. Was oft nicht beachtet wird: Trotz Kerbe sind bei Weitem nicht alle Tabletten für die Teilung geeignet. Nicht immer lässt sich sicherstellen, dass in jeder Hälfte auch genau die halbe Dosis vorhanden ist. Mitunter lassen sich Tabletten nur aus dem Grund teilen, damit sie besser eingenommen werden können.

Ein Fall, wie er in jeder Apotheke vorkommen kann: Eine Patientin holt ihr Antihypertensivum ab, welches sie seit wenigen Wochen benutzt. Auf der Packung ist die Tablettenform gut sichtbar abgebildet: Runde Tabletten mit gekreuzten Bruchkerben. Der Arzt hat Metoprolol 200 mg verordnet, von der sie jeweils eine halbe Tablette täglich einnehmen soll. Sie fühlt sich aber durch die Blutdrucksenkung nicht gut. Da könne man doch auch mit dem Arzt sprechen und nur die halbe Dosis einnehmen, die Tablette sei schließlich viertelbar, wie auf der Packung gut zu sehen sei.

Auf den ersten Blick scheint das zu stimmen. Wenn man aber die Fachinformation des Arzneimittels hinzuzieht, steht dort: „Die Retardtablette kann in gleiche Hälften geteilt werden. Die Möglichkeit zur Viertelung dient nur zur Erleichterung der Einnahme.“ Ein Blick in die Datenbank der Apotheke wiederum gibt noch eine andere Information, dort ist vermerkt: „Nicht dosisgleich teilbar".

Damit ist die Verwirrung komplett. Bei drei unterschiedlichen Aussagen von Patientin, Hersteller und ABDA-Datenbank bestehen berechtigte Zweifel daran, ob die Patientin ihr Arzneimittel so einnimmt, dass es ihr wirklich etwas bringt.

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