Cystitis: Alternativen zu Antibiotika

, Uhr
Berlin -

Eigentlich kennt es jede Frau – gefühlt kommt das Brennen und Zwicken vom einen auf den anderen Moment. Der Gang zur Toilette bestätigt dann meist die Befürchtungen – es ist eine Blasenentzündung. Einige Frauen leiden mehrfach im Jahr unter einer Cystitis, andere erwischt es seltener. Durch den vermehrten Einsatz von Antibiotika sind einige Wirkstoffe kaum mehr wirksam. Doch nicht immer muss ein Antibiotikum her.

Die unkomplizierte Blasenentzündung ereilt die meisten Frauen einmal im Leben. Doch eine große Gruppe kennt auch die rezidivierenden Blasenentzündungen. Die Cystitis macht sich dann häufig bei Unterkühlung, nach dem Schwimmen oder nach dem Geschlechtsverkehr bemerkbar. Sind die Beschwerden sehr ausgeprägt oder Blut im Urin, so muss meist ein Antibiotikum eingenommen werden. Doch wer früh reagiert, der kann auch mit Mannose, Bärentraubenblätter & Co. eine Symptomlinderung erreichen.

Mit Zucker gegen Entzündungen

Dr. Ludwig Baumgartner erklärte im Rahmen der Expopharm, weshalb D-Mannose bei unkomplizierten Blasenentzündungen eine Alternative zur Antibiotikatherapie sein kann. Mannose zieht – solange es in der Blase verbleibt – Escherichia coli, den Hauptausköser von Harnwegsinfekten, an. Eigentlich versucht das Bakterium sich an die Mannose-haltige Glycoprotein-Oberfläche des Urothels zu heften. Erst danach kommt es zu den typischen Entzündungszeichen. Nimmt die Frau nun zusätzliche Mannose ein, so bindet der Keim mit seinen Fimbrien an der „frei vorkommenden“ Mannose.

Baumgartner empfiehlt 2 Gramm Mannose pro Tag. Da der Stoff nahezu vollständig unverstoffwechselt wieder ausgeschieden wird, besteht keine direkte Kalorienzufuhr. Seit 2017 ist D-Mannose auch Teil der Leitlinien. Der Zucker wird unverändert aus dem Körper ausgeschieden und nicht resorbiert. Der Zucker soll die Bakterien ummanteln und somit verhindern, dass sich diese in den Schleimhäuten anheften können. Mit dem Urin werden die eingeschlossenen Bakterien dann ausgespült.

Lesen Sie auch

APOTHEKE ADHOC Debatte

Mehr aus Ressort
Verkauf auch ohne BfArM-Listung möglich
Ansturm auf Schnelltests: Ramschgefahr »
Covid-19-Fälle in der Familie
Corona befeuert Personalnot in Apotheken »
Beeinflussung von Metastasen
Palmfett, Rezeptoren und Krebs »
Weiteres
Kriedel: „Er tritt die Motivationsbremse noch weiter durch“
Ärzte rechnen mit Spahn ab: „Grenze des Machbaren weit überschritten“»
„Versuchskaninchen im Gesundheitswesen“
E-Rezept: Ärzte wollen Einführung mit Petition stoppen»
Einführung trotz winziger Testzahlen
E-Rezept: BMG hält am 1. Januar fest»
Pessina will Apothekenkette verkaufen
Bericht: Walgreens bald ohne Boots»