Apotheke lockt Nachwuchs mit eigenem Firmenwagen

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Berlin - Der fehlende Apotheken-Nachwuchs ist vielerorts ein Problem, denn der PTA-Beruf gilt häufig als nicht besonders attraktiv. Apotheker Felix Wiegert von der Charly Apotheke in Gronau möchte PTA-Praktikant:innen nun mit einem besonderen Angebot locken – dem eigenen Firmenwagen.

Lehrjahre sind keine Herrenjahre, so lautet eine weitverbreitete Redensart. Auch die PTA-Ausbildung klingt oft nicht sonderlich ansprechend: Schließlich gibt es zwei Jahre lang keinen Cent Geld und auch im halbjährigen Praktikum reicht die Vergütung nicht, um sich alleine über Wasser zu halten. Je nach Region muss sogar draufgezahlt werden, da das Schulgeld nicht übernommen wird. Der PTA-Nachwuchs ist entsprechend rar gesät.

Die Charly-Apotheke in Gronau konnte bis vor kurzem gleich zwei PTA-Praktikantinnen ihr Eigen nennen und war damit reich beschenkt. „Wir möchten natürlich wieder jemanden haben und ausbilden“, erklärt Wiegert. Die nächsten Schulen befinden sich in Münster und Osnabrück – beide sind damit fast eine Stunde entfernt. Ein Großteil des potenziellen Nachwuchses wohnt damit rund 10 bis 30 Minuten von der Apotheke entfernt.

„Viele haben in der Ausbildung noch kein eigenes Auto – einfach, weil es finanziell nicht drin ist“, erklärt der Apotheker. „Die meisten wohnen noch Zuhause.“ Auch der Weg zur Apotheke kann damit umständlich sein. Deshalb möchte der Apotheker hier unterstützen: Auf Instagram lockt er PTA-Schüler:innen mit einem eigenen Firmenwagen. „Damit wird das Pendeln wesentlich einfacher“, erklärt er.

Die Azubis können den Wagen für den Heimweg nutzen, um nicht auf Bus und Bahn angewiesen zu sein. Über Tag werden die Autos für den Botendienst gebraucht. Falls auch am Wochenende mal ein fahrbarer Untersatz benötigt wird, finde sich jedoch auch dann eine Lösung, ist sich Wiegert sicher. Erst vor kurzem wurde die „Flotte“ der Apotheke aufgestockt. „Mittlerweile haben wir fünf Wagen für den Botendienst – vor zwei Jahren war es nur einer.“ Wenn sich jemand gut anstelle, würden sogar die Benzinkosten für den Firmenwagen erlassen. Damit will er einen zusätzlichen Ansporn für den Nachwuchs generieren. Da immer helfende Hände gebraucht werden, steht bei entsprechendem Engagement nach der Ausbildung auch eine Übernahme zur Option.

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