Pharmareferentin sucht die große Liebe

„Andere machen Paarship und Tinder, ich gehe zum Bachelor“

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Berlin -

Der Kampf um den Bachelor ist eröffnet – mit dabei ist Pharmareferentin Christina Graß. Die gelernte medizinische Fachangestellte hatte vom begehrten Junggesellen die erste Rose der neunten Staffel bekommen und scheint somit gute Chancen zu haben. Graß ist nicht nur selbstbewusst, sondern wohl auch die Kandidatin mit der größten Reiseapotheke. Während die junge Frau in Mexiko um das Herz des Bachelors kämpft, müssen ihre Kunden auf sie verzichten.

Graß ist seit etwa vier Jahren in Hannover für einen naturheilkundlichen Komplexmittelhersteller tätig. „Ich bin wieder im Alltag angekommen und als Pharmareferentin unterwegs. Die Zeit in Mexiko konnte ich mit einer Mischung aus Urlaub und Freistellung durch meinen Arbeitgeber abdecken“, erzählt die „Miss Norddeutschland 2017“ auf dem Weg zu einem Teammeeting. Kollegen und Arbeitgeber sehen die Teilnahme an der Kuppelshow positiv, die fertig abgedreht ist und aktuell ausgestrahlt wird. Mit der Vertertung in ihrem „normalen Leben“ hat alles geklappt: „Wir sind ein großes Team, ich bin nicht allein für mein Gebiet zuständig, daher gibt es einen Spielraum. Die Kollegen sehen meine Teilnahme beim Bachelor alle ganz positiv.“ Über den Ausgang des Mexiko-Trips kann sie vor Abschluss der Sendung nicht reden.

Die junge Frau genießt auf ihrer Suche nach der großen Liebe einen starken Rückhalt. „Meine Familie und Freunde stehen hinter mir. Die Entscheidung habe ich selbst getroffen, weil ich es mit 30 immer noch nicht geschafft habe, den Richtigen zu finden. Außerdem ist Yeliz – eine Kandidatin aus der letzen Staffel – meine beste Freundin. Darum weiß ich, dass das nicht nur Show ist, sondern man so sein kann, wie man ist.“ Schwester Madeleine hatte sie 2011 zur ersten Teilnahme einer Miss-Wahl angespornt.

In der zweiten Sendung kämpfte Graß mit 16 Konkurrentinnen um den Junggesellen. „Dass ich um einen Mann kämpfen muss, ist schon komisch. 20 Frauen, ein Mann, da muss man in die Offensive gehen, wenn man ein Gespräch haben will. Ich wusste ja vorher, was auf mich zukommt. Man muss bereit sein, sich auf eine neue Situation einzulassen.“ Auch Eifersucht kann zu einem Problem werden. Doch nicht für die junge Pharmareferentin. „Eifersüchtig bin ich nicht, entweder es passt oder es passt nicht. Auch nicht, wenn die Kandidatinnen vom Einzeldate zurückkommen. So weiß ich wenigstens, wen der Bachelor geküsst hat, sollte es so weit kommen. Wenn ich einen Mann im Alltag kennenlerne, weiß ich das nicht.“

Wo viele Frauen auf einem Haufen sind, ist ein Zickenkrieg meist programmiert. Für Graß waren einige Mitstreiterinnen jedoch ein Rückhalt. Schließlich sind alle in der gleichen Situation. Einige Kandidatinnen sind sogar zu Freundinnen geworden. „Dass Freundschaften entstehen, kann ich zu 100 Prozent unterschreiben. Man kann sich nicht mit allen verstehen, das ist klar. Aber das ein oder andere Herz habe ich gewonnen. Ich bin noch mit einigen Kandidatinnen in Kontakt.“ Klingt beinahe nach einer tollen Zeit unter der Sonne Mexikos. Wenn da nicht das Heimweh wäre. Auf dem Gruppendate flossen bei Graß die ersten Tränen, aber nicht etwa weil sie kein Einzelgespräch bekam. „In manchen Situationen habe ich Heimweh. Ich bin sehr familiärer und Freunde bezogen. Gestern bin ich an meine Grenzen geraten. Wir hatten auch andere Gesprächsthemen am Tisch, beispielsweise die Familie. Dann folgt ein Thema auf das Andere und dann kullern mal die Tränen.“

Die Kameras stören Graß nicht. „Ich nehme sie gar nicht mehr wahr und beachte sie nicht. Für andere Kandidatinnen ist das schon eine ungewohnte Situation. Wenn man ein Einzeldate hat, stelle ich es mir schon ungewohnt vor, dass Kameras dabei sind.“ Im Prinzip herrsche in der Villa Alltag, nur dass man eben dabei gefilmt werde. „Man macht sein Ding und ist man selbst. Ich verhalte mich ganz normal.“

Wie normal die Pharmareferentin ist, zeigt sich anhand ihrer Reiseapotheke. „Wir haben köstlich gelacht als ich meine Reiseapotheke ausgepackt habe. Ich habe für jede Situation das Passende dabei, sei es gegen Kopfschmerzen, Halsschmerzen oder für die Füße. Ich kann den Zwang nicht ablegen, schließlich bin ich Pharmareferentin. Ich wollte sicherstellen, dass mir nichts passiert.“ Und nebenbei konnten auch die Mitstreiterinnen versorgt werden.

Graß’ Chancen beim „Bachelor“ stehen offenbar günstig, denn bereits nach wenigen Minuten der ersten Sendung hatte sie den 31-jährigen Andrej Mangold so sehr von sich überzeugt, dass er sie sofort in die nächste Runde schickte. In der zweiten Sendung musste sie mit den anderen Kandidatinnen zittern. „Dass ich nicht die nächste erste Rose bekommen habe, war klar. Ich bin zwar gelassen, aber wenn man dann in der Nacht der Rosen steht, ist das schon nervenzehrend. Man sagt sich schon bitte, bitte, sag meinen Namen. Schließlich ist der Bachelor ja attraktiv und der erste Eindruck stimmt.“

Graß zeigt sich nicht erst seit „Miss Norddeutschland“-Wahl medienaffin: Die gelernte medizinische Fachangestellte war bereits „Miss Wangerooge“ und jeweils Zweite bei „Miss Presse“, „Miss Herbst“ und „Miss Niedersachsen“. In der Freizeit kümmert sich die gebürtige Hamburgerin um ihr Pferd „Quebracho“, das in einem Stall in Nienburg steht. Mindestens dreimal in der Woche fährt Graß beim Gestüt vorbei, wo sie das Tier in guten Händen weiß, erzählte sie APOTHEKE ADHOC vor zwei Jahren.

2018 war sie ab März außerdem in einem anderen TV-Format zu sehen: 15 Folgen kämpfte sie in der Rolle einer Ärztin in der Krankenhaus-Soap „Schwestern“ auf RTL2 um die Liebe eines Mannes. Ihren Job wollte sie für die TV-Karriere nicht an den Nagel hängen. Einen Manager hat die Hannoveranerin allerdings schon und der vertritt zufällig auch den Ex-„Bachelor“ Paul Janke.

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